Nach einem Bericht der (zu Betelsmann gehörenden) Financial Times Deutschland verhandelt das Unternehmenden derzeit mit zwei Bietern über den Verkauf der Buchgruppe Ullstein Econ List. Einmal, wie bekannt, mit einem Konsortium aus Ullstein-GF Christian Strasser und leitenden Mitarbeitern und der Schweizer Investoren-Gruppe Capvis, die zwischen 25 und 27 Mio. € bieten würden.
Dazu sei laut FTD inzwischen die schwedische Bonnier Gruppe eingeladen worden, die Bücher zu prüfen. Zu Bonnier gehören Piper, Carlsen, Ars Edition, Thienemannu.a.) – und Holding Chef Viktor Niemann hatte bislang jedes Interesse abgestritten – und hat inzwischen auch bestätigt, dass das so geblieben sei.
Inzwischen kursiert übrigens in Münchener Kreisen eine interne Mail, in der Random House-Kommunikationschef Tim Arnold gegenüber den Mitarbeitern die Meldungen kommentiert, dass es Christian Strasser „mit Versprechungen“ gelungen sei, nicht nur die Schweizer Investorengruppe hinter sich zu bringen, sondern auch „seine Verleger zu überreden, ihr Privatvermögen“ zu investieren. Die Verlagsgruppe Random House könne das nur begrüßen: „Schließlich kann es sein, dass sich unsere Geschäftsleitung irgendwann entschließt, EUL an einen Dritten zu veräußern.“ … „Und wenn Herr Strasser und sein Management den Zuschlag erhielten, sollte man ihnen mit der sportlichen Fairneß des Wettbewerbers viel Glück wünschen. Glück werden sie in jedem Fall brauchen: Denn der ‚eindrucksvolle Leistungsnachweis‘ der letzten Jahre hat dazu geführt, dass sich die Axel Springer AG zu Jahresbeginn der Verlagsgruppe UHL im Schnellverfahren entledigt hat. Und zwar ohne Rückfahrkarte.“
Von Strasser scheint er übrigens nicht viel zu halten: Sein „Charisma verführt in erster Linie ihn selbst dazu, sich im Spiegel der Medien in Positur zu setzen.“