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In den ebuch-Listen liegen Findus und Sams auf den ersten Plätzen

Eine E-mail von Lorenz Borsche, Generalbevollmächtigter der eBuch e.G, zur heutigen Mail [mehr…] von Silke Weitendorf, Oetinger, über die SPEGEL-Bestsellerliste:

Lieber BuchMarkt,
Silke Weitendorf, Verlagsgruppe Oetinger; beklagt sich über die SPIEGEL-Seller-Liste: „Und das sind nur zwei Beispiele aus unseren Verlagsprogrammen. Wenn Es um reine Kinderbücher ginge, hätten wir sicher noch viele Titel zu bieten, die auf der Bestseller-Liste landen müßten: Innerhalb des ersten knappen Jahres nach Erscheinen haben wir Sven Nordqvists „Wie Findus zu Pettersson kam“ 450.000 mal und Paul Maars „Sams in Gefahr“ im ersten halben Jahr 250.000 mal verkauft.“

Da hat sie natürlich völlig Recht. Die eBuch e.G. ermittelt ja die echten Abverkaufsdaten, und zwar sauber getrennt nach Warengruppen. Und da kommen beide Titel selbstverständlich ganz vorne vor. Beispiel:

eBuch Bestseller Kinder- und Jugendbücher 23. Woche 2002:

1 Sams in Gefahr.
ISBN: 3-7891-4233-6 Autor: Maar, Paul
W-Gruppe: 12500 Menge: ~29 Preis: 9,90 EUR Umsatz: 284,– EUR
Verlag: Oetinger Verlag

2 Wie Findus zu Pettersson kam.
ISBN: 3-7891-6916-1 Autor: Nordqvist, Sven
W-Gruppe: 12100 Menge: ~12 Preis: 12,00 EUR Umsatz: 148,– EUR
Verlag: Oetinger Verlag

3 Harry Potter und der Feuerkelch. (Bd. 4).
ISBN: 3-551-55193-6 Autor: Rowling, Joanne K.
W-Gruppe: 12500 Menge: ~ 5 Preis: 22,50 EUR Umsatz: 117,– EUR
Verlag: Carlsen Verlag GmbH

Und überhaupt ist uns aufgefallen, daß der absolute Überraschungstitel des Jahres 2002 eben jener Findus ist, denn in einer Auswertung über 50 ‚Normal‘-Buchhandlungen in 2002 findet sich folgendes Gesamt-Ranking quer über alle Titel (hätten Sie’s gewusst?):

Menge / Euro / Autor: Titel
8.493 (75.513) Pease: Warum Männer nicht zuhören und …
3.051 (36.051) Nordqvist: Wie Findus zu Pettersson kam.
2.447 (24.297) Link, Charlotte: Die Täuschung.
2.412 (26.313) Mankell, Henning: Mittsommermord.
2.135 (68.011) Tolkien: Der Herr der Ringe.
1.926 (34.261) Grass, Günter: Im Krebsgang.
1.824 (16.062) Hauptmann, Gaby: Fünf- Sterne- Kerle inklusive.
1.688 (33.325) Bohlen, Dieter: Nichts als die Wahrheit.
1.635 (36.469) Rowling: Harry Potter und der Feuerkelch. (Bd. 4)
1.625 (24.959) Rowling: Harry Potter und der Gefangene von …
1.623 (13.725) Levy, Marc: Solange du da bist.
1.614 (13.631) Kürthy, Ildiko von: Mondscheintarif.
1.605 (31.873) Duden 01. Die deutsche Rechtschreibung.
1.555 (15.300) Fielding, Helen: Bridget Jones.
1.552 (12.178) Schlink, Bernhard: Der Vorleser.
1.538 (27.132) Coelho, Paulo: Der Alchimist.
1.520 (14.847) Maar, Paul: Sams in Gefahr.

Dass unsere Zahlen gut sind, beweist eine einfache Kalkulation: Rechnet man die in 50 Buchhandlungen verkauften Findusse auf den Gesamtmarkt hoch (Umsatz Faktor 1:140), kommt man auf 427.000 alles in allem – das ist nahe genug an Frau Weitendorfs Zahl (95%), um zu untermauern, dass die eBuch-Zahlen für den Gesamtmarkt absolut repräsentativ sind, immerhin lag ja sicher das ein oder andere vom Verlag verkaufte Exemplare noch im Regal der Buchhandlung. Eine weitere Überraschung lauert im Umsatzranking: Tolkien schlägt Rowling und außer Paese alles andere, also z.B. auch den Bohlen, sogar deutlich! Na bitte, dann kann es ja doch nicht so schlecht bestellt sein um Deutschlands Lesekultur, oder?

Der Fehler der SPIEGEL-Liste: Neben unklaren Erhebungskritierien ist Es die völlig willkürliche Zuordnung zu Belletristik und Sachbuch, wobei auch ein Kinderbuch (Potter) mal zur Belle gezählt wird, wenn es den Herren in Hamburch so gefällt. Warum dann aber der Findus außen vorbleiben muss, das wissen nur der Herrgott und die SPIEGEL-Redaktion.

Mit freundlichen Grüß
Lorenz Borsche
Generalbevollmächtigter der eBuch e.G.
http://www.ebuch.net

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