Da sind die Revolutionäre wohl doch nicht ganz so revolutionär: Der „Spiegel“ hat die geplante Rückkehr zur alten Rechtschreibung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Als Grund nennt der Verlag die Abkehr der Kultusministerkonferenz (KMK) von der Maßgabe, die geplante Reform zum 1. August 2005 unverändert zu übernehmen. Diese hatte vor zwei Monaten zu der gemeinsamen Ankündigung von „Spiegel“ und dem Axel-Springer-Verlag geführt, künftig wieder die alte Rechtschreibung einsetzen zu wollen. „Wir müssen erst abwarten, wie die KMK in Zukunft vorgeht, bevor wir eine Entscheidung treffen können“, sagt die Sprecherin der Spiegel-Gruppe, Ute Miszewski, dem „Tagesspiegel“. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ hatte eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung erwogen. Statt dessen will die „SZ“ nun aber eine „modifizierte Form“ der neuen Regeln umsetzen. Lediglich die Springer-Blätter (u.a. „Welt“ und „Bild“) haben ihre Ankündigung am 1. Oktober in die Tat umgesetzt. Sie sind damit neben der „Frankfurter Allgemeinen“ die einzigen großen Zeitungen in alter Rechtschreibung.
Vorgeblättert: Bücher und Autor:innen im Freitag und in der ZEIT
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