„NICHTS BESTELLEN! Nach Informationen der Polizei Rheinland-Pfalz gibt es ein

Strafverfahren gegen den Lieferanten.“ So etwas liest man selten bei den Bewertungen von privaten Amazon-Händlern.
Der Betreffende steht mit seinem Angebot auch nur noch zufällig da im System. Er hat schlicht und ergreifend vergessen, einen Titel (von palettenweise gestohlenen Büchern) zu löschen und sich so im System unauffindbar zu machen. Gelungen wäre ihm das allerdings sowieso nicht mehr: Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs vom Verlag Hermann Schmidt Mainz war ihrem Angestellten, einem Aushilfsfahrer, längst auf der Spur… [mehr…]. Ein paar Amazon-Bestellungen über Bekannte, und schon war klar, wer da im Verlagslager lange Finger machte.
Angefangen hat alles mit kleinen Inventurdifferenzen im Mai 2006 – über die war man zwar gestolpert, aber sie waren, wie Karin Schmidt-Friderichs zu buchmarkt.de sagte, nicht so dramatisch, dass man hätte eingreifen müssen. Das registrierten allerdings auch der Dieb und seine Helferin in der Druckerei (nicht im Verlag, wie fälschlich im Main-Rheiner, der lokalen Online-Ausgabe der Allgemeinen Zeitung in Wiesbaden, gemeldet): Nun wurde systematisch und in größerem Umfang geklaut. „Vermutlich wurde ein Schaden im sechsstelligen Bereich angerichtet, eine genaue Übersicht gibt es noch nicht, weil die Bücher noch bei der Staatsanwaltschaft lagern, ebenso die Unterlagen des Diebes, der immerhin 360 Kunden bedient hat“, sagt Karin Schmidt-Friderichs.
Schwierigkeiten hat die Verlegerin derzeit, Geld von Amazon zurückzufordern. Denn da gibt es nur E-Mails als Kontakt, und mit der Beantwortung lässt sich das Unternehmen Zeit.
Höchst ärgerlich findet die Verlegerin nicht allein den angerichteten Schaden, sondern auch den groben Vertrauensmissbrauch: „Wir sind ein kleines und überschaubares Unternehmen, da kennt jeder jeden. Natürlich werden jetzt den Internethandel verstärkt im Auge behalten.“