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Verleihung der Karl-Preusker-Medaille an Georg P. Salzmann / Nach wie vor kein öffentlicher Träger für die Salzmann-Sammlung von 12.500 Bänden verfemter Autoren

Gestern Abend, am „Tag der Bibliotheken“, wurde in der Bibliothek des Literaturhauses in München dem bald 80-jährigen, nach wie vor leidenschaftlichen Büchersammler Georg P. Salzmann die Karl-Preusker-Medaille verliehen.

Burkhart Kroeber, Georg P. Salzmann, Edda Ziegler (v.l.)

Burkhart Kroeber, Sprecher der Deutschen Literaturkonferenz und Laudatorin Edda Ziegler machten Dringlichkeit und Notwendigkeit eines neuen und sicheren Standortes für die weltweit einzigartige Salzmann-Bibliothek und das Dokumentations- und Forschungsarchiv „10. Mai 1933 – Deutsche Literatur auf dem Scheiterhaufen“ deutlich.

Die Salzmann-Sammlung von rund 12.500 Bänden, fast ausschließlich Erstausgaben, umfasst das Gesamtwerk von verfemten und verbotenen Autoren des Nazideutschland. Sie geht damit über eine bloße Sammlung von Exilliteratur hinaus, da auch in Deutschland verbliebene Schriftsteller berücksichtigt werden und die Entwicklung von Früh- bis Spätwerken deutlich wird.

„Mein teuerstes Stück ist die Erstausgabe von Stefan Zweigs Schachnovelle, die in 250 nummerierten Exemplaren im Pigmalion Verlag Buenos Aires nach seinem Tod erschien. Aber mir fehlt noch Zweigs nur in 50 Exemplaren erschienener Privatdruck seiner Rede anlässlich des Begräbnisses Sigmund Freuds in London 1939“, berichtet Salzmann und erzählte von den Schwierigkeiten, einen geeigneten Ort für seine Sammlung zu finden.

Aus Altersgründen steht die Salzmann-Sammlung zum Verkauf. Trotz jahrelanger Bemühungen und auch Interesses seitens öffentlicher Träger kam bislang ein Ankauf nicht zustande. Das Angebot seitens einer amerikanischen Universität hat Salzmann abgelehnt. „Müssen nun ausgerechnet diese Bücher wieder ins Exil?“, fragte er fassungslos in seiner Dankesrede.

nb

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