
Der Osnabrücker Buchhändler Heinrich Th. Wenner ist am 8. Juni im Alter von 96 Jahren verstorben, teilt heute die gleichnamige Buchhandlung mit.
Als Heinrich Wenner 1939 zusammen mit einem Lehrling seine Buchhandlung in Osnabrück eröffnete, wollte er als Fachbuchhandlung eine Marktlücke schließen. Von Anfang an wurden Bücher aus den Gebieten Recht, Steuern, Technik und Medizin vorrätig gehalten.
Das Neue an der Buchhandlung Wenner, die auf gemieteten 60 qm an der Johannisstraße entstand, war, dass es keine Tresen gab, wie sie damals üblich waren. Die Kunden sollten selbst den direkten Zugang zu den Büchern haben.
Eine weitere seiner Ideen: Die Belohnung guter Leseleistungen von Kindern, wodurch Heinrich Wenner als Erfinder des Vorlesewettbewerbs gilt, der bis heute bundesweit
jährlich mit ca. 400.000 Kindern veranstaltet wird.
Die erfreuliche Entwicklung der ersten Jahre wurde 1945 unterbrochen, als die Buchhandlung in Trümmern lag. 1948 konnte jedoch auf einem gepachteten Trümmergrundstück an der Großen Straße gebaut werden. In diesem Haus befindet sich die Buchhandlung, die bis 1971 nur aus dem Erdgeschoss und der Galerie bestand, bis heute.
Nachdem 1976 auf der abgesenkten Kellersohle eine große Taschenbuchabteilung entstand, war Wenner im relativ kleinen Osnabrück Pionier der Großbuchhandlungen geworden. Ähnliche Dimensionen hatten damals selbst Buchhandlungen in den Metropolen der Bundesrepublik noch selten. Heute gehört Wenner zu den 10 größten inhabergeführten Buchhandlungen Deutschlands.