
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Unter der Überschrift „Arena Buchmesse“ hat Gerd Höhler den türkischen Kulturkampf um den Auftritt in Frankfurt analysiert – wie er schreibt, tragen die Kemalisten die Kraftprobe mit Premier Erdogan nach Deutschland: „Auch Autoren, die nicht im Verdacht stehen, Parteigänger der AKP-Regierung zu sein, fürchten, der Kulturkampf werde die Buchmesse-Präsentation überschatten und warnen eindringlich vor einem Boykott.“
Über die „Angst vor dem großen Bruder“ spricht Juri Andruchowytsch, der 2006 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung erhielt. Klar, wen der Ukrainer Andruchowytsch in seinem von Wolf Scheller geführten Interview als „großen Bruder“ empfindet: „Die russische Politik erinnert mich an das kriminelle Vorgehen von Leuten, die keine Grenze mehr kennen für ihre Aggression, und dieses Empfinden hat mich während dieses Krieges im Kaukasus begleitet.“
Mit mehr als 50 Veranstaltungen will Bamberg das diesjährige E.T.A. Hoffmann-Jubiläumsjahr begehen – Hoffmann hatte ab 1808 fünf Jahre in der Stadt gearbeitet.
Raoul Schrotts Homer-Übersetzungen bei Hanser werden ja immer mal wieder gern angemosert. Schauspieler Manfred Zapatka sieht das ganz anders: „Wir leben ja im 21. Jahrhundert, und warum sollen wir nicht Worte oder Sätze benutzen, die nur wir heute sagen?“
Sylvia Staude hat den neuen Deon Meyer-Roman Weißer Schatten (Rütten & Loening) gelesen und ist begeistert. Unter der Überschrift „Ein Mann räumt auf“ schreibt sie: „Keine Zeile dieses Buches ist lau, und so kann es auch den Leser kaum kalt lassen.“
Annotationen
Carli Biessels Ida und die Tiere (Boje) und Friedrich Pfäfflin Aus großer Nähe. Karl Kraus in Berichten… (Wallstein).
Dazu: Die zehn bestverkauften Kinderbücher, ermittelt bei Hugendubel. Platz 1: Stephenie Meyer] Breaking Dawn.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Komm zur Sache, Dichter!“ titelt Oliver Jungen seinen Bericht vom Erlanger Poetenfest.
Rutu Modan erzählt in ihrem Comic Blutspuren (Edition Moderne) von „Trümmern eines israelischen Lebens“, wie Andreas Platthaus schreibt. Das Buch wagt manchen Balanceakt, findet der Rezensent.
Eine Anthologie deutscher Namenspoesie aus vier Jahrhunderten hat Eichborn unter dem Titel Ich hab dich beim Namen gerufen gemacht. „Ein Heimspiel für die Liebe“, findet Rezensent Hans-Martin Gauger.
„Katastrophenbewältigung durch Prozesse“ – das klingt nur skurril, isses aber nicht: Erdbeben, Tsunamis und andere Unglücke fordern die Jurisprudenz heraus. Milos Vec hat sich dazu zwei grundlegende Werke angesehen: Sheila Jasanoff Bhopal’s Trial of Knowledge and Ignorance (Isis) und Katastrophenrecht: Grundlagen und Perspektiven (Nomos).
Die Welt
„Günter Grass und die konservativen Spontis“ schreibt Eckhard Fuhr über eine Lesung des Nobelpreisträgers im Hamburger Thalia-Theater. Bei der zu erfahren war, dass sein neues Buch Die Box (Steidl) keinesfalls sein letztes sein soll: Fortsetzung folgt. Ein paar rechte Aktivisten versuchten die Veranstaltung zu stören – aber Grass ließ sich nicht stören. [mehr…]
„Arm dran, Bein ab“ überschreibt Michael Pilz und bejubelt Willy Vlautins Roman Motel Life (Berlin) – nur das Nachwort von Clemens Meyer solle man sich tunlichst sparen.
Financial Times Deutschland
Das Blatt bringt eine Sonderbeilage zum Thema „Digitale Dokumente“. Themen u.a.:
– Zäher Weg vom Papier zur Datei
– Kunst und Krimis per Klick
– Druckkosten sicher im Griff
– Deutsche Firmen spielen auf Risiko
– Die Schonfrist bei der digitalen Steuer ist vorbei
– Wie Briefe zu Dateien werden
Süddeutsche Zeitung
Auf der Literaturseite meldet die SZ die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Aufbau. Der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Saulus wurde („erwartungsgemäß“, wie buchmarkt.de weiß) zum Insolvenzverwalter. Nach SZ-Informationen spricht Voigt-Saulus (immer noch) erfreulich mit möglichen Käufern, ohne Namen zu nennen. Er nannte als Termin Ende Oktober für den Abschluss der Verhandlungen, wobei es da auf zehn Tage oder zwei Wochen auch nicht mehr so ankäme.
Volker Breidecker resümiert das 28. Erlanger Poetenfest, bei dem Besucher mit Bratwurst den halbstündigen Wechsel der Lesungen folgten. Lyrik honorierten manche doch mit „nervösen Fluchtbewegungen“, so dass die Dichterworte nicht überall ankamen. Bei Lyrik käme es eben auf den Rhythmus an, den wohl nicht alle Autoren beim Vortrag fanden, findet Breidecker. Beeindruckt war Breidecker von María Cecilia Barbetta, die aus ihrem Roman Änderungsschneiderei Los Milagros (S.Fischer) las.
„Kampf um das Paradies“ überschreibt Autor Navid Kermani heute morgen seine Kolumne um die vergessene Konfliktregion Kaschmir und wartet mit scharfen Vorwürfen auf: „Der Westen nimmt fast so selektiv wahr wie totalitäre Staaten“. Sein jüngster Roman heißt Kurzmitteilungen und ist bei Amman erschienen.
„Das Preußen des Ungehorsamen“ lautet der Titel eines Besuches an die Schauplätze von Theodor Fontanes Roman Vor dem Sturm (veschiedene Ausgaben gibt es bei Aufbau, Insel, DTV und Ullstein), den Gustav Seibt aus den Ferien mitgebracht hat.
„Lust und Leiden“ heißt die Besprechung der Erzählung Jour de Suffrance von Catherine Millet, die Johannes Willms vorgenommen hat. Das in der Édition Flammarion erschienene Buch handelt von schnell wechselnden sexuellen Begierden aus weiblicher Sicht, ein „Leiden, dem man Empathie nicht versagen kann“.
„Jenseits der Lustreisenmentalität“ titelt Oliver Müller seine Besprechung zweier Bücher über „Neues und Altbekanntes aus der Männerdämmerung“ und hat sich dazu Was vom Manne übrig blieb von Walter Hollstein (Aufbau) und Das unmoralische Geschlecht von Christoph Kucklick (Suhrkamp) angsehen. Während Hollstein düster über den negativen Blick auf den Mann philosophiert, sei Kucklicks Doktorarbeit über den Geschlechterdiskurs um 1800 sehr erfrischend.
Auf einer Seite „Das Politische Buch“ erscheinen vier Rezensionen zu Themen internationaler Politik.
„Macht und Ohnmacht“ titelt Thomas Speckmann seine Auseinandersetzungen mit Büchern über den neoliberalen Kurs der USA. Der konservative Robert Kagan schreibe in dem Buch Die Demokratie und ihre Feinde (Siedler) eher in klarer Schwarz-Weiß-Manier seinen Frust herunter, dass die USA neue Allianzen bräuchten, damit Konflikte breitere Zustimmung erführen. Patrick Keller dagegen wundert sich in Neokonservativismus und amerikanische Außenpolitik (Schöningh), dass ausgerechnet der Neokonservativismus einen Machtverlust der USA durch wenig überzeugende Aktionen wie im Irak bewirkt habe.
„Es wird besser – so oder so“ lautet Titel und Resümee von Tobias Matern mit Die wiedervereinigten Staaten von Amerika. Wie die USA die Spaltung nach George W. Bush überwinden von [-7d838a1970246
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02.09.2008 09:10