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weissbooks.w-Autorin Kerstin Schneider hat Medizin- und Justizskandal der 40er Jahre aufgedeckt

bild(l,9968)Am 14. September, 15.05 Uhr im Nordwest-Radio „Literaturzeit“: weissbooks.w-Autorin Kerstin Schneider spricht erstmals über ihre Recherche über zwei Frauen aus der eigenen Familie, beide an Schizophrenie erkrankt, beide vom Zeitgeist zu sehr unterschiedlichen Schicksalen verdammt…

Und das ist die Vorgeschichte:

Magdalena Kade wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund einer Marien-Erscheinung als „Böhmische Bernadette“ verehrt – bis heute übrigens. Marie, die Großnichte Magdalenas, wird 1928 nach einer Jesus-Erscheinung in eine Anstalt eingeliefert, für verrückt erklärt, und im Rahmen der später von den Nazis verfügten Euthanasie-Gesetze umgebracht.

Kerstin Schneider ist dem Schicksal ihrer Großtante Marie nachgegangen und hat vier Jahre lang recherchiert. Und höchst Bemerkenswertes ans Tageslicht gebracht: Robert Herzer, der Arzt, der Maries Akte führte und für ihren Tod verantwortlich ist, war erwiesenermaßen kein Mediziner, denn er hat nie ein medizinisches Examen abgelegt. Sondern ein Hochstapler und schlussendlich ein Massenmörder, dessen kriminelle Energie wohl einzigartig in der deutschen Medizin- und Justizgeschichte sein dürfte.

Das Buch Maries Akte ist ab 13. September im Handel.

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