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Bertelsmann Betriebsrat warnt Hartmut Ostrowski öffentlich vor voreiligen Verkäufen

Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski musste sich gestern öffentlich kritische Worte aus dem Betriebsrat gefallen lassen, berichtete die Neue Westfälische Zeitung (NW).

Demnach warnte Betriebsratsboss Erich Ruppik anlässlich eines traditionellen Betriebsrundganges, in dem Ostrowski einzelnen Firmen einen „Lagebericht“ präsentierte, davor, „im Konzern und in den Bereichen manchmal allzu voreilig darüber nachzudenken oder gar offen zu spekulieren, Firmen oder Firmenteile zu verkaufen“. Ruppik weiter: „Die Führung immer weiter zu verbessern bringt mehr, als Firmen und Mitarbeiter zu verkaufen.“

Ostrowski wollte seinen Rundgang vor allem dafür nutzen, um den Mitarbeitern Mut angesichts der Finanzkrise zuzusprechen. Seine Botschaft: „Ihre Gehälter sind sicher. Bertelsmann ist gut gerüstet.“ Auch die Finanzierung des Hauses sei gesichert, so Ostrowski. Er halte am Wchstumsziel fest. Das war aber wohl eher für die Anleger bestimmt und gilt als ehrgeizig.

Denn die Warnung von Ruppik deckt sich auch mit der Meinung von Beobachtern, kündigte doch das zu 74,9 Prozent zu Bertelsmann gehörende größte europäische Verlagshaus, Gruner+Jahr, so eben einen drastischen Sparkurs inklusive möglicher Schließung einzelner Titel an. Bernd Kundrun, Chef von Gruner+Jahr, schrieb dazu in einem Brief an seine 14.500 Mitarbeiter: „Es ist daher notwendig, dass wir in den nächsten Wochen in all unseren Ländern unser Portfolio um jene Titel bereinigen, die keine Aussicht haben, die Krise zu überstehen.“

Wie es finanziell um die Bertelsmann AG steht, dürfte in der nächsten Woche deutlicher werden, denn am 11. November, wenn die Narren die fünfte Jahreszeit einläuten, stellt Ostrowski die Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres vor.

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