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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und mit der Frage nach den richtigen Lorca-Übersetzungen

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Gemeldet wird, dass der Lyriker Reiner Kunze den mit 15.000 Euro dotierten „Memminger Freiheitspreis 1525“ für seinen „scharfsinnigen wie sensiblen Umgang mit der deutsch-deutschen Vergangenheit“ erhält.

„Als wir Popper und Ökos waren“, der Bildband Als der Champagner floss von Nikolaus Jungwirth und Gerhard Krumschröder aus dem Nizza Verlag schildere die 80er Jahre zwischen Erfolgskult und Umweltpsychose.

„Und die wunderliche Welt dreht sich weiter“: Paul Austers neuer Roman Mann im Dunkel (Rowohlt) variiere sein immerwährendes Thema aufs vortreffliche, findet Ulrich Sonnenschein.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die Wahrheit liegt auf der Straße“, so ließe sich die Einstellung des Fotografen Robert Lebeck zusammenfassen, dessen Bilder nun im Berliner Martin Gropius Bau zu sehen sind, der Katalog zur Ausstellung ist bei Steidl erschienen.

Unter „Der Fall der Menschen“ geht es um den „hellsichtigen“ Band, so Rezensent Christian Scherf, Nine Eleven, der die Ästhetische Verarbeitung des 11. September vornimmt, im Universitätsverlag Winter Heidelberg von Ingo Irsigler herausgegeben.

„Mit allem spielen dürfen: Künstlerportraits aus Berlin“, hat Ricardo von Brasch in seinem Buch Künstler treffen in Berlin eingefangen, für das er vier Jahre unterwegs war, erschienen bei Prestel.

Annotiert wird: „In Sachen Kleist“, ausgemustert wird Band 1 der Rowohlt Monografien, die Curt Hohoff über Heinrich von Kleist schrieb und ersetzt durch den neuen, von Hans-Georg Schede, geschriebenen Band.
Außerdem „In Boboville“ der Roman von Andrea Maria Dusl, erschienen bei Residenz.

Geehrt wird unter Faustianer der Germanist Jochen Schmidt zum Siebzigsten. Seine Habilitationsschrift Geschichte des Genie-Gedanken in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945 ist ein Standardwerk. Erwähnt wird auch ein Arbeitsbuch zu Goethes Faust von 1999.

„Der Klassiker aus dem Giftschrank“, gemeint ist damit der antisemitisch auftretende und von Christian Morgenstern verehrte Paul de Legarde, den Ulrich Sieg in Deutschlands Prophet in einer Biografie zu erklären versucht.

„Dabei sein ist alles“, heißt es bei Barbara Stollberg-Rillinger, die in Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches (C.H.Beck) eine Geschichte der politischen Formenlehre geschrieben habe und mit dem Buch die „Arena für weitere Kontroversen geöffnet“ habe.

Süddeutsche Zeitung

Aufmacher des SZ-Feuilletons ist heute ein Ausflug nach Halle: „An der Saale hellem Strande“ ist das erweiterte Museum Moritzburg zu besuchen und ein „Glücksfall“, wie Jens Bisky findet. Zur Eröffnung erschienen:
Jürgen Tietz Nieto Sobejano. Das neue Kunstmuseum in Halle (Hirmer)
Katja Schneider (Hg.) Moderne und Gegenwart. Das Kunstmuseum in Halle (Hirmer)
Wolfgang Büche (Hg.) Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger (Mitteldeutscher Verlag)

Unter der Überschrift „Ehre deine Paten“ berichtet Andrian Kreye über die Hintergründe des Buchs Honor Thy Father von Gay Talese, das 1971 erschienen ist und nun ins Deutsche übersetzt wurde: Ehre deinen Vater (Roger & Bernhard). Talese begründete mit seiner Geschichte des New Yorker Mafiachefs Bill Bonanno den New Journalism, dem Tom Wolfe zwei Jahre später in einem Essay prophezeite, den Roman als letztgültige Erzählform abzulösen. 14 Jahre später wurde Wolfe dann mit seinem Debütroman Fegefeuer der Eitelkeiten „prominentester Deserteur des New Journalism“.

Tobias Lehmkuhl zetert über eine Ausgabe der Lorca Gedichte bei WallsteinFederico García Lorca Die Gedichte, übersetzt von Enrique Beck. Schon als Student hatte der Rezensent seine Schwierigkeiten mit den Übertragungen. Beck hatte mit den Erben Lorcas ein Abkommen über das alleinige Übersetzungsrecht getroffen, das später von Siegfried Unseld erfolgreich angefochten wurde. „Die Beck-Übersetzungen wurden 1998 aus dem Verkehr gezogen. Was den Wallstein-Verlag dazu bewogen hat, ja was ihn geritten hat, diese wieder aufzulegen, ist ein Rätsel“, meint Lehmkuhl.

Auch nicht immer zuverlässig sei die Reclam-Ausgabe von Gustav Siebenmann Die Gedichte, gelungen hingegen die Übertragungen der Stücke Lorcas durch Thomas Brovot, Hans Magnus Enzensberger, Susanne Lange und Rudolf Wittkopf bei Suhrkamp.

Besprochen werden außerdem
Peter Blickle Das Alte Europa. Vom Hochmittelalter bis zur Moderne (C.H. Beck)
Werner Bartens Auf Kosten der Patienten. Wie das Krankenhaus uns krank macht (Eichborn)
Dorothea Dieckmann Harzreise (Weissbooks)

Die Welt

Morgen in der Literarischen Welt:
Jürgen Kesting hat sein Sänger Lexikon erweitert
John Updike stellt malende Schriftsteller vor.

Im Wissenschaftsteil weist angesichts des bevorstehenden 200. Geburtstages auf den Titel Charles Darwin hin, das von A. Desmond und anderen bei Spektrum erschienen ist.

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