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LKG an KNO VA verkauft / Ute Haft und Andreas Hengst bleiben GF, Jürgen Petri scheidet zum Jahresende aus

Die drei geschäftsführenden Gesellschafter
der LKG: Andreas Hengst, Ute Haft,
Jürgen Petry (v.l.) – © LKG

Ende einer Ära, gleichzeitig Beginn einer neuen Ära – diese Nachricht hat in der Branche wohl keiner erwartet: LKG wird an KNO VA verkauft – an das Unternehmen, das ihm nach der Wende 1989 wesentlich geholfen hat. Und KNO ist damit zurück an dem Ort, wo seine Wurzeln sind.

Damit ist die Nachfolge im Unternehmen geregelt, und LKG hat eine Wachstumsperspektive für die Zukunft. LKG bleibt ein Inhaberunternehmen und LKG wird weiterhin selbstständig arbeiten. Das Unternehmen kann den mit der Fakturgemeinschaft eingeschlagenen Kurs von Bündelung zur Vertriebsunterstützung der Verlage fortsetzen und ausbauen. Ute Haft (Auslieferung) und Andreas Hengst (Administration) führen die Geschäfte wie bisher, Jürgen Petry scheidet mit 69 Jahren aus dem Unternehmen aus.

Jürgen Voerster, damaliger GF
der KNO VA, mit Jürgen Petry
© Gaby Waldeck

Für LKG-Kunden bleiben durch den Eigentümerwechsel die bekannten Strukturen und Leistungen erhalten: Alle geschlossenen Verträge und Absprachen behalten ihre volle Gültigkeit. Die gewohnten Ansprechpartner werden die Verlage weiterhin betreuen, und darüber hinaus werden über den Verbund mit KNO VA bald zusätzliche Leistungen angeboten werden können.

Eben wurde zu diesem Verkauf eine Presseerklärung veröffentlicht. Hier der Wortlaut:

Zum 1. Januar 2009 kauft die Stuttgarter Verlagsauslieferung Koch, Neff & Oetinger die Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft (LKG). Das wirtschaftlich erfolgreiche, unabhängige Unternehmen in Leipzig suchte im Rahmen einer Nachfolgeregelung und einer strategischen Zukunftssicherung einen verlässlichen Partner, der das Unternehmen mit Kontinuität führt und seine Eigenständigkeit wahrt. Beide Unternehmen sind seit der Maueröffnung 1989 auf der Inhaberebene persönlich eng verbunden; daneben nutzt LKG die IT der KNO VA. „Nach der Wende hat sich mein Vater, der in Leipzig geboren ist, mit seinen Kenntnissen und Kontakten engagiert dafür eingesetzt, der LKG einen guten Start in die Marktwirtschaft zu ermöglichen, erläutert Oliver Voerster, geschäftsführender Gesellschafter der KNO VA. „Wir freuen uns deshalb besonders, mit dem Kauf der LKG diese Arbeit fortzusetzen und an die gemeinsamen historischen Wurzeln anknüpfen zu können“, so Voerster.

LKG, die eine starke und geschätzte Positionierung im Bereich mittlerer und kleinerer Verlage hat, wird ihre Möglichkeiten durch die enge Zusammenarbeit mit KNO VA in der Zukunft ausbauen können. Es ergeben sich erweiterte Möglichkeiten, Verlagskunden Auslieferungsleistungen nach ihrem jeweiligen Bedarf in einem optimalen Verlagsumfeld anzubieten. Beide Unternehmen werden auch in der Zukunft ihre Eigenständigkeit und ihr jeweils eigenes Profil an den Standorten in Espenhain (bei Leipzig) und Stuttgart behalten.

Den Verlagen werden die bekannten Mitarbeiter in Vertrieb und Verlagsbetreuung weiterhin als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Geschäfte führen weiterhin Ute Haft (Auslieferung) und Andreas Hengst (Administration). Jürgen Petry scheidet mit nunmehr 69 Jahren verdientermaßen aus dem Unternehmen aus.

„Mit KNO haben wir einen Partner gefunden, der LKG kennt, für Kontinuität steht und unsere Vorstellungen von Zukunft teilt“, bekräftigt Ute Haft, Geschäftsführer der LKG.

Sicher darf man diese neue Konstellation als ideal betrachten: Mit KNO VA hat LKG einen Partner gefunden, zu dem seit 1990 mehr als kollegiale Verbundenheit besteht, im Bereich IT eine jahrelange stabile Zusammenarbeit existiert.

Wir erinnern: Die Firmengeschichte von LKG und KNO dürfte in der deutschen Vereinigungsgeschichte einzig dastehen: Nach der Wende griffen die Stuttgarter dem maroden Staatsbetrieb der DDR (dem einstigen Stammsitz des nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen „ausgewanderten“ Betriebs) unter die Arme, so kräftig, dass aus dem einstigen Sorgenkind der Branche ein leistungs- und konkurrenzfähiges Unternehmen wurde. Nun soll die Erfolgsgeschichte gemeinsam fortgeschrieben werden.

Zum Interview mit Ute Haft

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