Immer diese Wikipedia! Alle regen sich über das Halbwissen aus, da verbreitet wird, aber alle benutzen die Wikipedia wie eine seriöse Quelle. Jetzt ist sogar der „Spiegel“ drauf reingefallen und muss öffentlich korrigieren.
Hintergrund: Ein Spaßvogel hat den vielen Vornamen des neuen Bundeswirtschaftsminister noch einen dazugefügt, merkt ja keiner, ob da auch noch ein Wilhelm steht oder nicht…
„Zugegeben, der Scherz war anfangs nicht gerade originell. Innerhalb weniger Stunden bekam er aber eine höchst interessante Eigendynamik, die mich an den Recherche-Methoden vieler Journalisten erheblich zweifeln ließ“, amüsiert sich der anonyme Tunichtgut auf bildblog.de.
Ja, und nicht nur der Spiegel fand den Wilhelm auf einmal vermeldenswert, auch die „Rheinische Post“ und das „Handelsblatt“ RTL, „taz“ und – jawoll, auch BILD – nur aufgrund eines gefakten Wiki-Eintrags!
„Doch hat der Autor beim Schreiben des Textes den Namen leider nur bei Wikipedia verifiziert – und Wikipedia ist bekanntlich keine hundertprozentig verlässliche Quelle“, entschuldigt sich der Spiegel bei seinen Lesern (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,606912,00.html#ref=rss) und ärgert sich schwarz, wie der Fälscher das Nachrichtenmagazin nun öffentlich vorführt:
„’Spiegel Online‘ schrieb sogar, der neue Minister würde sich selbst mit dem Namen vorstellen, den ich ihm wenige Stunden zuvor gegeben hatte… Skeptische Wikipedia-Autoren hatten in der Zwischenzeit Verdacht geschöpft: ‚Die Namen glaube ich erst mit dezidiertem Einzelnachweis’, schrieb einer von ihnen. Doch der falsche Vorname verschwand nur kurzzeitig aus der Online-Enzyklopädie. Denn der Einzelnachweis war schnell gefunden: Schließlich konnte man ja bei „Spiegel Online“ nachlesen, dass sich der Minister selbst so nennt…“
So geht das…