
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Julia Kospach schreibt einen großen Nachruf auf Frank McCourt [mehr…].
Christian Schlüter gibt eine „Bücherschau zum Darwin-Jubiläumsjahr. Mit dabei:
– Julia Voss Charles Darwin zur Einführung (Junius)
– Ulrich Kutschera Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte (dtv)
– Guido J. Braem Charles Darwin. Eine Biographie (Fink)
– Philip Kitcher Mit Darwin leben (Suhrkamp)
– Jürgen Neffe Darwin. Das Abenteuer des Lebens (Bertelsmann)
– Richard Dawkins Geschichten vom Ursprung des Lebens(Ullstein)
– John Dupré Darwins Vermächtnis (Suhrkamp)
– Thomas Junker, Sabine Paul Der Darwin-Code (C.H. Beck)
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Martin Halter schreibt den Nachruf auf Frank McCourt.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt hat Zuwachs bekommen: Neue Mitglieder sind die Übersetzerin Elisabeth Edl, der Schriftsteller Reinhard Jirgl, der Kulturhistoriker Lázló F. Földényi, der Germanist David E. Wellbery und der Germanist Leszek Zylinski.
Genüsslich kommentiert fvl (also Felicitas von Lovenberg) die gestrige Skandalgeschichte [mehr…], was einem alles blühen kann, wenn man einen Kindle besitzt („Orwells Rache“): Da löscht einem Amazon einfach so ein paar Bücher von der Platte. Pikant, dass es dabei auch noch um Werke von George Orwell ging. Big brother is watching you war gestern. Wie nennen wir es heute? Big brother is touching you!
Gisa Funck hat (Neid!!) die ganzen Friedrich Glauser-Krimis in der neuen Zweitausendeins-Ausgabe (Studer ermittelt noch einmal gelesen – zur Erinnerung: Wachtmeister Studer ist der Prototyp des modernen Ermittlers…
Herlinde Koelbel hat im Gropius-Bau eine Ausstellung ihrer Fotografien (den Katalog dazu gibt es bei Steidl). Die FAZ hat es sich nicht nehmen lassen, eine Porträtserie von Angela Merkel abzubilden – man will es nicht glauben, dass das erste Bild erst 1991 entstand…
Indien mischt die Literatur hin und wieder auf. Letztes Jahr z.B. wieder mit Salman Rushdie. In diesem Jahr haben Arundhati Roy und Vikram Seth neue Werke angekündigt.
Die Welt
Die WELT heute mit einem großen Nachruf auf Leszek Kolakowski von Gesine Schwan.
Wieland Freund schreibt den Nachruf auf Frank McCourt.
Ob die Berliner Büste der legendären Pharaonin Hatschepsut eine Fälschung ist oder nicht, interessiert uns erst, wenn es ein Buch dazu gibt. Vorsorglich heften wir den Artikel von Lucas Wiegelmann dazu mal ab.
Lesens- und sehenswert: die Sonderausgabe zu „90 Jahre Bauhaus“. Fehlt nur eine Übersicht über die aktuellen Bücher dazu – dann hätten wir gesagt: perfekt!
Süddeutsche Zeitung
Auch hier: Nachruf auf Frank McCourt – geschrieben hat ihn Thomas Steinfeld.
Tschechische Fotografie war schon immer etwas anders. Wer wissen will, warum, schaue sich Vladimír Birgus’ und Jan Mlchochs Band Tschechische Fotografie des 20. Jahrhunderts an (KANT Publishing Prag).
Franziska Augstein bespricht Viktor Jerofejews Russische Apokalypse (Berlin Verlag) und findet das Buch „russisch, schnoddrig, elegant“.
Ziemlich durchgedreht ist der Roman Unfun. Skandinavische Misanthropie III von Matias Faldbakken (Blumenbar), findet Meike Fessmann.
„Turbo-Übersetung“: der neue Dan Brown soll auf Deutsch am 14. Oktober in die Läden kommen.
Neue Zürcher Zeitung
Joachim Güntner fragt nach der Frankfurter Tagung Autorschaft als Werkherrschaft, ob das Urheberrecht zum Papiertiger verkommt. Google versuche uns zunehmend das amerikanische Copyright Law aufzudrängen, das von wirtschaftlichen Interessen gesteuert sei und sich nicht am Werk des Autors orientiere und er warnt vor Viviane Reding, die glaubt, wenn so viele 16-jährige als Internetpiraten auftreten, dann sei das ein Misstrauensvotum gegen bestehende Geschätsmodelle uind Rechtsbeschlüsse. 1000 Fliegen können also nicht irren…
Auch hier ein Nachruf auf Frank McCourt. Darin wird an dessen „herzerfrischende und augenzwinkernde Weise“ seiner Erinnerungen in Die Asche meiner Mutter erinnert, die „dem düsteren Inhalt die Schwere“ nahm. Und er wird zitiert mit: „Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit, eine glückliche lohnt ja kaum“.
Angela Schader lobt die Neuübersetzung des Werks von Saul Bellow und berichtet über die Marksteine der Übersetzungsarbeit unter „Adler und Aasgeier“. Erschienen sind:
> Saul Bellow: Die Abenteuer des Augie March. Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens,
> Ders.: Herzog, Aus dem Amerikanischen von Walter Hasenclever, überarbeitet von Bärbel Flad.
> Ders.: Humboldts Vermächtnis. Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld
Alle bei Kiepenheuer & Witsch
Es gibt immer noch etwas zu entdecken: Zum Beispiel Japanische Tanka. Und so werden wir aufgeklärt: „Die Form des Tanka, des aus fünf Zeilen mit insgesamt 31 Silben bestehenden japanischen Kurzgedichts (5–7–5–7–7), ist in der westlichen Welt nicht ganz so populär geworden wie jene des Haiku, die aus dem Tanka hervorgegangen ist.“ Übersetzungen gibt es jetzt bei Reclam utner dem Titel Gäbe es keine Kirschblüten . . ., Tanka aus 1300 Jahren, Japanisch und Deutsch, Ausgewählt, übersetzt und hrsg. von Sasaki Yukitsuna, Eduard Klopfenstein und Masami Ono-Feller
„Wie man Ausländer wird“: Navid Kermani klärt die Frage Wer ist wir? in seinem gleichnamigen Buch bei C.H.Beck
„Masken biederer Bürgerlichkeit“: Carlos Fuentes zeigt in seinen Erzählungen Alle glücklichen Familien bei S. Fischer die Familie als Bühne für Tragödien.
In Kürze wird besprochen unter:
> „Ethik des Sozialstaates“: Julian Nida-Rümelin, Philosophie und Lebensform, Suhrkamp-Verlag
> „Kulinarische Vernunft“: Kurt Röttgers, Kritik der kulinarischen Vernunft. Ein Menü der Sinne nach Kant, Transcript-Verlag
> „Vitamin C“: Beat Bächi: Vitamin C für alle! Pharmazeutische Produktion, Vermarktung und Gesundheitspolitik (1933–1953), Chronos-Verlag