
Gestern Abend feierte der Piper Verlag in der Rechtsanwaltskanzlei Ferdinand von Schirach (im Foto l. mit seinem Verleger Marcel Hartges) das Erscheinen der Geschichten des Strafverteidigers. Das Buch mit dem Titel „Verbrechen“, das seit gestern in den Buchhandlungen ist, sorgte schon im Vorfeld für viel Aufmerksamkeit.
Der Spiegel widmete dem Autor in dieser Woche ein Porträt, für die FAZ interviewte ihn Johanna von Adorján.
Trotz des warmen Sommerabends wurde es eng in den Verlagsräumen. Der neue Piper Verleger Marcel Hartges konnte zahlreiche geladene Gäste, darunter Journalisten, Buchhändler und Freunde des Autors, begrüßen, die einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit als Strafverteidiger werfen wollten – und sie wurden nicht enttäuscht.
Alle Geschichten des Bandes beruhen auf Fällen des Anwalts, zu dessen Mandanten Prominente wie Günter Schabowski ebenso zählen wie Angehörige der Unterwelt. Er habe die Texte aber so verfremdet, dass die Personen nicht wiederzuerkennen sind. Dennoch sind die Geschichten, so unglaublich sie auch sein mögen, wahr. Und eines ist ihnen allen gemein: Sie erzählen von menschlichen Dramen und geben den Blick frei in seelische Abgründe.
Von Schirach ist nicht nur ein erfolgreicher Strafverteidiger, er erweist sich auch als begnadeter Erzähler. Thomas Hölzl von der Agentur Eggers & Landwehr hatte von Schirachs literarisches Talent entdeckt und ihn ermuntert weiter zu schreiben. Auch das Publikum war begeistert und forderte mit lang anhaltendem Applaus noch eine Zugabe, bevor beim Wein und Häppchen lange gefeiert und über die Fälle geplaudert wurde.
ML