
Dicht gedrängt warteten die Menschen gestern Abend am Stand der Stiftung Buchkunst auf die Auszeichnung der schönsten deutschen Bücher des Jahres 2008. Der Preis wird seit 1984 jährlich vergeben.
Thedel von Wallmoden, Vorstand der Stiftung Buchkunst, charakterisierte das E-Book in seiner Begrüßung zur Preisverleihung als Schwarz-Weiß-Zerrspiegel des Buches. Fortan solle an diesem Abend nicht mehr davon die Rede sein, sondern nur noch von herausragend gestalteten Printprodukten.
Am Wettbewerb 2008 nahmen 1.072 Bücher aus 468 Verlagen teil. Es werden ein erster, zwei zweite, ein dritter Preis sowie drei Förderpreise vergeben. Außerdem können 52 weitere Bücher prämiert werden, zehn erhalten eine Anerkennung.
Die fünfköpfige Jury, diesmal bestehend aus Myriam Frericks, Verlagsgruppe Beltz, Elmar Lixenfeld, Frankfurt am Main, Dr. Stefan Soltek, Klingspor Museum Offenbach am Main, Birgit Tümmers, Atelier: Doppelpunkt, und Thedel von Wallmoden, Wallstein Verlag, kürte die Preisträger und vergab insgesamt 10.000 Euro Preisgeld, gestiftet vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Die Preise wurden von Dr. Horst Claussen, Ministerialrat beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, übergeben.
Den ersten Preis erhielten Detlef Fiedler, Daniela Haufe, Nina Polumsky, Daniel Wiesmann und Herausgeberin Catherine Nichols für das Buch Beuys. Die Revolution sind wir, von Eugen Blume und Catherine Nichols (Herausgeber}, erschienen im Steidl Verlag, Göttingen.
Ein zweiter Preis ging an Martin Butschek und Friedrich Forssman für die Reihe Reclam Bibliothek Stechäpfel, Herausgeberin Ulla Hahn, Das verlorene Paradies von John Milton und Aeneis von Vergil.
Der andere zweite Preis wurde an Andrea Wiegelmann für das Buch Projekt Vitra, herausgegeben von Cornel Windlin und Rolf Fehlbaum, Birkhäuser Verlag, überreicht.
Der Boje Verlag erhielt für Die Dschungelbücher von Rudyard Kipling den dritten Preis.
Für den Förderpreise an junge Buchgestalter bis 32 Jahre, der seit 1989 verliehen wird, hatte die Jury 105 Bücher zu bewerten. Der Preis ist mit insgesamt 5.100 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an drei NachwuchsgestalterInnen.
Stefan Bargstedt erhielt einen Förderpreis für Platt! Wo und wie Plattdeutsch ist, erschienen bei Carl Ed. Schünemann, Bremen.
Ein weiterer Förderpreis ging an Clemens Hartmann und Arne Schneider für Rasterblock, publiziert vom Verlag Hermann Schmidt, Mainz.
Den dritten Förderpreis bekamen Katja Schloz, Fabian Stuhlinger, Sven Thiery und Patrick Vogel für A < > B (Transkription), erschienen im Institut für Buchgestaltung und Medienentwicklung/Staatliche Akademie, Stuttgart.
Außerdem wurden 52 Prämierungen und zehn Anerkennungen vergeben.
Uta Schneider bedankte sich besonders für die gute Zusammenarbeit mit den Verlagen bei der Produktion des Katalogs, in dem alle ausgezeichneten Arbeiten vorgestellt werden.
JF