
Gibt das wieder solch einen Skandal wie 1973? Wohl kaum, auch wenn wieder der Buchhandel kurzeitig keine Rolle spielt: Grafe und Unzer und Tchibo bieten über einen Aktionszeitraum von sechs Wochen in allen Tchibo Filialen sowie auf www.tchibo.de Gutscheine für ein individuelles Kochbuch an. Mit dem Erwerb des Gutscheins kann der Kunde auf dem Kochportal www.küchengötter.de ein persönliches Kochbuch individuell gestalten und bestellen.
Zum Preis von 19,95 Euro zuzüglich Versandkosten wird ein hochwertiges Hardcover mit 32 Seiten in quadratischem Format angeboten. Für das Buchcover kann der Nutzer entweder ein eigenes Bild hochladen oder aber eines von 15 Covervorlagen auswählen. Zur Gestaltung der Innenseiten ist es möglich, frei aus über 25.000 Rezepten auf www.küchengötter.de auszuwählen oder alternativ auf eine fertige Rezeptzusammenstellung, z.B. Grillen, Bunte Salate oder Cocktails & Drinks, zurückzugreifen. Mit eigenen Fotos oder Texten kann der Kunde seinem Buch eine ganz persönliche Note geben.
Der Skandal von damals wird wohl heute wirklich keinen mehr aufregen: Die Wellen, die damals die „Tchibo-Affäre“ schlug, waren aber verständlich: GU hatte damals für den Kafferöster das Kochbuch „Kochen heute“ produziert: Ein Jahr zuvor hatte das Buch im Buchhandel noch 55 DM gekostet – Tchibo verkaufte dann ein Jahr später das Buch für wenig mehr als 8 DM (zusammen mit zwei Päckchen Kaffee) – innerhalb einer Woche waren 800.000 Bände über die Theke gegangen. Allerdings erschütterte die Affäre Buchhandel und den Verlag in ihren Grundfesten und trugen dazu bei, dass sich die Branche veränderte… – die Strippen hatte damals Dieter Banzhaf gezogen [mehr…].