Gestern hat Thalia seinen eigenen Reader angekündigt [mehr…]; zwei Tage Libri sein Konzept für einen drahtlos integrierten E-Book-Shop für Buchhändler auf dem neuen Reader Acer LumiRead [mehr…]. Das war Anlass für Fragen an Dr. Pascal Zimmer (Geschäftsführer der Libri GmbH) und Per Dalheimer (Geschäftsführer der Libri.de Internet GmbH) über den aktuellen Stand der E-Book-Shop Konzepte:
Gestern hat Thalia seinen Reader angekündigt – Ihre Reaktion?
Pascal Zimmer : Wir sehen uns bestätigt, dass der stationäre Buchhändler seine Chance nutzen muss, E-Books mit Hilfe mobiler Reader an seine Kunden zu verkaufen.
Aber werden Sie jetzt Ihren Preis noch halten können?

Per Dalheimer: Wir sind da jetzt ganz entspannt: Die Produkteigenschaften und der UVP werden ja von den Geräteherstellern wie Sony oder Acer festgelegt.
Das heißt, es könnte sich noch was ändern?
Sie fragen den Falschen, Libri ist Großhändler – wir haben auf die Preisgestaltung der Lieferanten keinen Einfluss. Aber gehört zum täglichen Geschäft von Markenherstellern sich mit der Marktdynamik auseinanderzusetzen.
Was raten Sie jetzt den Buchhändlern?
Mit unserem Angebot kann der Buchhändler sofort und ohne Risiko in den eBook Markt einsteigen. Er hat weder Kosten noch Investitionen und profitiert von dem Markenversprechen der Hersteller wie Acer und Sony.
Wie funktioniert denn Ihr Shop?
Pascal Zimmer: Das ist einfach zu erklären: Auf dem Gerät, das der Endkunde bei seinem Buchhändler erwirbt, ist der Reader-Shop genau dieser Buchhandlung mit seiner Marke bereits vorinstalliert. Der Kunde kann aufgrund der WLAN- bzw. UMTS-Funktionalität der Geräte jederzeit und überall auf den Shop des Buchhändlers zugreifen, in den E-Books stöbern und sie sofort kaufen. Die Daten werden kabellos heruntergeladen und sind sofort verfügbar. Sie sitzen also beispielsweise im Zug und möchten den neuen Bestseller lesen, dann können Sie ihn mit wenigen Klicks auf das Gerät laden und direkt mit dem Lesen beginnen.
Und was muss der Buchhandel tun?
Per Dalheimer: Buchhandlungen können ihren Reader-Shop ganz einfach, ohne Anfangsinvestitionen und ohne laufende Grundgebühren bei Libri.de freischalten lassen. Libri.de kümmert sich dann um die Shop-Einrichtung im Namen des Buchhändlers, die WLAN- bzw. UMTS-Anbindung, die Sortimentspflege, die Zahlungsabwicklung und den Kundenservice. Anschließend kann der Acer LumiRead über die üblichen Bestellwege bei Libri geordert werden. Jeder Kauf von E-Books wird dann automatisch über diese Shopadresse abgerechnet und der Buchhandlung zugerechnet.
Dem Kunden steht also das komplette Titelangebot von Libri.de zur Verfügung?
Ja, genau.
Sie sind von Ihrem Konzept überzeugt?
Pascal Zimmer: Ja, natürlich. Denn damit bieten wir bieten wir jedem Buchhändler die

Möglichkeit, sich im Verkauf von E-Books zu engagieren und sowohl an den Margen für die Geräte als auch am E-Book-Verkauf zu verdienen.
Per Dalheimer: Und der Libri.de E-Book-Shop erlaubt dem Buchhandel, ohne Investition unter seiner eigenen Marke elektronischen Content zu verkaufen und somit die Kunden an sich binden.
Sie zielen dabei nicht nur auf die Buchhandlungen, die schon Partner bei Libri.de sind?
Pascal Zimmer: Nein, das Angebot richtet sich an alle. Jeder und auch der „kleine“ Buchhändler hat die Chance an der Markterweiterung teilzuhaben. Der Acer LumiRead und E-Book-Content kann von Libri bezogen und verkauft werden. Der integrierte E-Book-Shop von der Libri.de Internet GmbH kann jedem Partner zur Verfügung gestellt werden.Uns ist es wichtig, dem Buchhandel auch beim Verkauf von E-Books ein attraktives Angebot zu machen. Mit dem Acer LumiRead bieten wir ein Markengerät für den Buchhändler und seine Kunden an…
Und was bringt das für den Buchhandel?
Im Buchhandel sind die Vielleser zu finden. Wir finden, unser Konzept ist optimal für diese Zielgruppe ausgelegt. In den Läden können die Geräte angefasst und ausprobiert werden, der Buchhändler kann dabei auch in persönlichen Kontakt mit den Kunden seines E-Book-Shops treten, sie an sich binden, aber auch neue Zielgruppen erreichen.
Ab wann kann der Acer LumiRead vom Handel angeboten werden?
Per Dalheimer: Vorbestellungen nehmen wir ab sofort entgegen. Ab Ende September ist der Acer LumiRead mit WLAN erhältlich, die Version mit UMTS-Funktionalität folgt Ende Oktober.
Wenn jetzt Acer als erster Hersteller die Software für den Reader Shop von Libri.de auf seinem digitalen Lesegerät anbietet – haben Sie sich exklusiv an Acer gebunden? Oder wird auch die Zusammenarbeit zwischen Sony und Libri fortgeführt?
Pascal Zimmer: Die Zusammenarbeit mit Sony wollen wir auch künftig fortsetzen; der Buchhandel kann nach wie vor deren Geräte über Libri beziehen. Daran ändert sich nichts. Und natürlich werden wir allen Anbietern unser Shop-Konzept anbieten. Die Geräte müssen halt WLAN- oder UTMS-fähig sein.
Teilen Sie die Einschätzung von Thalia, das ist jetzt „die Zukunft des Lesens“?
Der Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Aber auch wir sehen für die Zukunft viel Entwicklungspotential – sowohl gemeinsam mit dem Buchhandel als auch in Richtung digitalem Content. Und die Einführung von drahtlosen Geräten mit WLAN und UMTS ist sicher ein weiterer technologischer Schritt in der Entwicklung des E-Book Marktes.
Muss man Angst vor dieser Entwicklung haben?
Privat lese ich nach wie vor sehr gerne gedruckte Bücher. Bei den Jugendlichen in meiner Nachbarschaft beobachte ich aber schon ein ganz anderes Leseverhalten. Trotzdem gehe ich davon aus, dass die physischen Bücher noch lange den Markt dominieren werden.