
Jürgen Könnecke wird heute 75 Jahre alt.
Jürgen Könnecke war 1957 in die 1919 gegründeten Thalia Buchhandlung eingetreten, die sein Vater Erich Könnecke 1931 übernommen und so vor der Insolvenz gerettet hatte. Im väterlichen Betrieb stand er den Kunden in der Fachbuchabteilung beratend zur Seite, nachdem er sich seine buchhändlerischen Sporen bei Ausbildungsaufenthalten in Berlin, Paris und New York verdient hatte.
1965 wandelte Erich Könnecke die Thalia-Buchhandlung von der bisherigen Einzelfirma in eine Kommanditgesellschaft um; Sohn Jürgen wurde Mitinhaber des Unternehmens. Der inzwischen 30-jährige Juniorchef setzte fortan konsequent auf die Erweiterung jenseits des Stadtzentrums: „Wir müssen dahin, wo die Leute wohnen“ lautete seine Devise, „Filialisierung“ das dazugehörige Stichwort. Da auch in Hamburg mittlerweile die Zeit der großen, meist außerhalb des Stadtzentrums angesiedelten Einkaufszentren angebrochen war, lag es nahe, dass Könnecke junior eine Ladenfläche im neuen „Elbe-Einkaufszentrum“ im westlich der City gelegenen Stadtteil Osdorf anmietete. In bester Lage des „EEZ“ entwickelte sich die Filiale schon bald außerordentlich erfolgreich.
Weitere Filialen und Zukäufe folgten, darunter die Fachbuchhandlung Boysen & Maasch. Jürgen Könnecke war sich bewusst: Wer die Freude am Buch wecken oder erhalten will, musste sich gerade in Zeiten der beginnenden medialen Reizüberflutung „was einfallen lassen“, um die Kunden immer wieder neu zum Lesen – und damit zum Bücherkauf – zu animieren. „Einfach nur Bücher ins Schaufenster zu stellen und dann abzuwarten, bis ein Käufer den Laden betritt und kauft, reicht eben schon lange nicht mehr aus“ lautete das Credo, das sich ab Anfang der 70er-Jahre durchsetzte.
Das erste Thalia-Buchhaus öffnete 1984 seine Tore – auf 2.000 qm mit über 200.000 Büchern, das zweite folgte 1991 mit 2.400 qm (heute: 3.200) Fläche.
1994, 75 Jahre nach der Thalia-Gründung, betrieb die Buchhandlung insgesamt zwölf Verkaufsstellen, die über das gesamte Hamburger Stadtgebiet verteilt waren. Rund dreieinhalb Millionen Bücher verkaufte das Unternehmen zu jener Zeit pro Jahr. Das „Hamburger Abendblatt“ titulierte Firmenchef Jürgen Könnecke als „Bücherpapst Hamburgs“, andere Medien bezeichneten den mittlerweile 59-Jährigen als „Herrn Thalia“. Dass „Bücher und Thalia zusammengehören wie Hamburg und der Hafen“, war längst zum geflügelten Wort geworden.
Das 75-jährige Jubiläum seines Unternehmens erlebte Seniorchef Erich Könnecke leider nicht mehr; er verstarb am 20. Juni 1993 im Alter von 89 Jahren.
Seit den 90er-Jahren ist die Buchhandelskette permanent auch über Hamburgs Grenzen hinaus gewachsen – 2001 fusionierte Thalia mit der Hagener Gruppe Phönix-Montanus zur Thalia Holding GmbH. Gesellschafter der neuen Thalia Holding wurden die Douglas Holding AG, die 75 Prozent der Anteile übernahm, sowie die Beteiligungsgesellschaft der Familie Könnecke, die seither 25 Prozent der Anteile hält. Jürgen Könnecke wurde neben Michael Busch, bis dato Geschäftsführer bei Phönix-Montanus, zu einem von zwei gleichberechtigten Geschäftsführern des neuen Unternehmens ernannt.
Ende 2004 verabschiedete sich Jürgen Könnecke aus der Geschäftsführung der Thalia Holding; er blieb dem Unternehmen jedoch als Board-Mitglied und als Gesellschafter eng verbunden.
Kontakt: j.koennecke@thalia.de
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