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Stephan Gallenkamp zur neuen Kooperation zwischen Eichborn und Aufbau

Die heute verkündete Kooperation zwischen Aufbau und Eichborn ist ein weitreichender Schritt für den Eichborn Verlag, der viele Phantasien offenlässt. buchmarkt.de fragte den Vorstand Stephan Gallenkamp nach den Motiven.

buchmarkt.de: Warum haben Sie sich gerade Aufbau als Kooperationspartner gesucht? Was war Eichborn dabei wichtig?
Wir haben uns für Aufbau entschieden, weil Aufbau wie wir ein konzernunabhängiger Verlag ist und davon gibt es nicht mehr allzu viele. Und wir haben uns Aufbau als Kooperationspartner ausgesucht, weil wir, was den Umsatz, die Größe und Breite des Programms und die personelle Stärke – sehr ähnlich aufgestellt sind und sich die Programme inhaltlich sehr gut ergänzen. Das heißt, beide Verlage agieren in vergleichbaren Größenordnungen und können auf diese Weise eine Kooperation auf Augenhöhe eingehen. Das war uns wichtig.

Wie lange liefen die Gespräche dazu vorab?
Wir sind schon lange mit Aufbau im Gespräch.

Wie stehen die Gesellschafter zur Kooperation? Warum hat es darüber zuvor keine außerordentliche Versammlung gegeben? Dort hätte über ein umfassendes gemeinsames Konzept gesprochen werden können.
Die Vertriebskooperation ist keine Entscheidung der Gesellschafter, sondern eine operative Geschäftsentscheidung des Vorstands.

Sie haben umfangreiche Erfahrungen im Vertriebsbereich und sogar kleinere Labels mitvertreten: Warum geben Sie diesen Geschäftszweig nun gerade ab bzw. bauen ihn nicht selbst neu auf?
Bei der Vertriebskooperation mit Aufbau handelt es sich um den Flächenvertrieb und damit um einen vergleichsweise kleinen Teil unserer vertrieblichen Gesamtaktivitäten, denen wir – auch mit unseren Vertriebsdienstleistungen – nachgehen. Wir geben also keinen Geschäftszweig ab, im Gegenteil: wir hoffen, unsere vertrieblichen Dienstleistungen weiter auszubauen.

Im Buchbereich hat Eichborn einen Rückgang erlebt. Welchen Aufschwung erhoffen Sie sich durch die Vertriebskooperation?
Da wir durch die Kooperation unsere Kräfte bündeln, was auch heißt, dass die Vertretertasche „praller“ gefüllt sein wird, erhoffen wir uns einerseits eine stärkere Präsenz und Position im Handel und andererseits durch das gemeinsame Agieren eine nicht zu unterschätzende Kostenreduktion.

Wenn Aufbau ein so idealer Partner ist, wäre dann angesichts der rückläufigen Zahlen nicht eine noch engere Zusammenarbeit denkbar als „nur“ eine Vertriebskooperation?
Darüber denken wir nach – allerdings ,kann eine solche Entscheidung nur innerhalb des aktienrechtlichen Rahmens, dessen Regeln und der Gremien der Aktiengesellschaft entschieden werden. 25% der Aktien sind in Streubesitz und die Interessen dieser Aktionäre müssen genauso wie die des Hauptaktionärs gewahrt werden.

Würden Sie sich ein Zusammengehen von Aufbau und Eichborn wünschen?
Wünschen kann ich mir vieles – entscheiden müssen dies die Aktionäre.

Wird die Vertriebskooperation Auswirkungen auf das Programm haben? Beim Sachbuch überschneiden sich die Programm ja deutlich. Bei der Hochliteratur bringt Eichborn ein eigenes Profil ein. Das Ratgeberprogramm hätte gut gepasst, aber das haben Sie verkauft… Was können Sie sich als weiteres Vorgehen vorstellen?
Dazu kann ich noch nichts sagen.

Die Fragen stellte Matthias Koeffler

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