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Island: Ehrengast präsentierte Programm

Vigdís Finnbogadóttir

Im Literaturhaus Frankfurt präsentierte heute Vormittag der diesjährige Ehrengast seine Projekte, Kunst- und Kulturprogramme im Umfeld der Buchmesse vor.

Als besondere Gäste dieser Pressekonferenz konnten die ehemalige isländische Präsidentin (von 1980 bis 1996) und Schirmherrin des Fördervereins Sagenhaftes Island, Vigdís Finnbogadóttir, sowie der Lyriker Þorsteinn frá Hamri begrüßt werden.

Etwa 30 Autoren aus Island werden zur Buchmesse vom 12. bis 16. Oktober erwartet, 177 Titel erscheinen im Rahmen des Ehrengastauftritts, entstanden in Zusammenarbeit mit 70 deutschen Verlagen. Die Hälfte der Titel sind belletristische Werke. Die Neuübersetzung der Isländersagas wird beispielsweise in fünf Bänden vom S. Fischer Verlag im September herausgebracht.

Island hat 318.000 Einwohner, jeder kauft im Durchschnitt acht Bücher pro Jahr. Schon allein diese Zahl macht deutlich: Die Isländer leben mit ihrer Literatur, begreifen sie und die Sprache als Bindeglied ihrer Nation.

Im Gespräch weist Vigdís Finnbogadóttir auf die Wichtigkeit der Sprache hin. Jeder Mensch habe ein Recht auf die eigene Sprache. Es gibt etwa 6800 Sprachen in der Welt, die Hälfte davon verschwindet langsam. Damit gehe auch ein Stück Zukunft verloren, denn Sprache bewahrt Erinnerungen auf, ohne die Zukunft nicht gestaltet werden kann. „Literatur bedeutet den Isländern sehr viel, denn in Island gibt es keine Wälder, aus denen man Kunstwerke schaffen könnte. Wir haben nur das Wort – und das ist umsonst“, unterstreicht Vigdís Finnbogadóttir. „Die Menschen haben sich vor langer Zeit an Geschichten erwärmt. Diese Geschichten haben wir aufbewahrt“, sagt sie.

Seit drei Jahren bereitet Island seinen Messeauftritt vor. Die Messe wird die gesamte Breite isländischer Literatur zeigen. Im Pavillon werden Fotos von Heimbibliotheken zu sehen sein, drei Besitzer solcher privater Büchersammlungen werden in Frankfurt erwartet.

In einem „blauen Kasten“ im Zentrum des Pavillons wird der Besucher der Natur auf der Insel begegnen.

Bereits am 8. Juni wird in den Literaturhäusern in Rostock, Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Zürich, Salzburg und Graz ein Tag der isländischen Poesie stattfinden. Besucher erhalten dabei ein „Poesiegeschenk“. Die Anthologie ist in Kooperation mit dem Literaturhausnetz und arte im Insel Verlag erschienen.

Das Kunst- und Kulturprogramm wird im Frankfurter Kunstverein fortgesetzt, hier ist vom 19. August bis 16. Oktober die erste große Einzelausstellung von Ragnar Kjartansson in Deutschland zu sehen. In 15 Arbeiten – Videoinstallationen und Bilderserien – wirft er mit Elementen der bildenden Kunst, mit Musik und Theater betörende und beklemmende Blicke auf Geschichte und Gegenwart.

Ebenfalls im Frankfurter Kunstverein werden zur gleichen Zeit Fotos von acht zeitgenössischen Künstlern unter dem Titel Grenzen anderer Natur gezeigt.

Ab 29. September ist in der Schirn Kunsthalle Frankfurt eine Exposition mit Arbeiten von Gabríela Friðriksdóttir zu sehen, die im Spannungsfeld zwischen surrealen Szenarien und klassischen Erzählmustern angesiedelt sind. Die Ausstellung kann bis zum 8. Januar 2012 besucht werden.

Am 6. Oktober wird ebenfalls in der Schirn Kunsthalle Frankfurt eine Exposition des Künstlers Erró eröffnet, die erstmals auch den 1968 entstandenen Zyklus der „Monster“ enthält; eine Serie von Doppelporträts, in denen der Künstler den offiziellen Bildern von Prominenten ein zweites, verzerrtes Porträt gegenüberstellt. Die Schau ist bis zum 8. Januar zu sehen.

Über Design aus Island informiert eine Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt vom 22. September bis 19. Februar 2012. 100 Exponate aus allen Gestaltungsbereichen, der Schwerpunkt liegt dabei auf der Mode, zeugen von der beeindruckenden Kreativität isländischer Gestalter.

Sagazeit heißt der Titel eine Exposition, die sich mit Geschichten und Funden aus dem Alten Island beschäftigt und vom 1. Oktober bis zum 30. November im Archäologischen Museum Frankfurt zu sehen ist.

Das Thema Island und Architektur? wird vom 1. Oktober bis 13. November im Deutschen Architektur Museum Frankfurt beleuchtet.

Rund 15 ausgewählte isländische Filme werden vom 1. bis zum 31. Oktober im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt gezeigt.

Isländische Tänzer, Musiker und Filmemacher treten vom 12. bis 16. Oktober im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt auf.

Außerdem wird es Konzerte, Lesungen und Festivals geben.

Detaillierte Informationen sind unter www.sagenhaftes-island.de nachlesbar.

JF

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