Ein Plädoyer für den unabhängigen stationären Buchhandel hielt Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins, eben zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2012.
„Der unabhängige Buchhandel ist mehr als nur ein Vertriebsweg, denn Literatur entsteht in Wechselwirkung mit der Kultur ihrer Verbreitung“, so Honnefelder. „Eine Bildungsnation braucht den stationären Buchhandel.“
Was er derzeit vermisse, sei das eindeutige Bekenntnis der deutschen Politik zum unabhängigen Buchhandel. „Das machen uns die Franzosen vor“, sagte Honnefelder. So kritisiere die französische Kulturministerin offen die Wettbewerbsvorteile, die global agierende Buchhandels-Unternehmen durch den steuerbegünstigten Sitz in Luxemburg gegenüber dem stationären Sortiment in Frankreich hätten. „Solche klaren Worte wünschten wir uns in diesen Zeiten auch von den deutschen Politikern und Regierungsmitgliedern“, so Honnefelder. In Luxemburg liegt der Mehrwertsteuersatz für E-Books bei drei Prozent, in Deutschland bei 19 Prozent.