Der Veranstaltungsort war treffend gewählt. In der Gedenkstätte Berliner Mauer feierte der Ueberreuter Verlag heute Vormittag das Erscheinen von Geteilte Ansichten. Jugendliche stellen Fragen zur Deutschen Einheit, das pünktlich zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung in den Handel kommt. Herausgeberinnen sind Birgit Murke und Julia Balogh.

Gastgeber Axel Klausmeier, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, begrüßte zahlreiche Besucher, darunter die 26 Schülerinnen und Schüler, die an dem Buch mitgearbeitet haben. Das eindrückliche Werk biete einen vielschichtigen Blick auf die deutsche Teilung, sagte er und lobte die gute Idee, Schüler und Zeitzeugen über die Zeit vor dem Mauerfall ins Gespräch zu bringen.
Moderiert von Marianne Mielke diskutierten beteiligte Schüler mit den Herausgeberinnen und den Zeitzeugen David Wagner und OL. Vieles komme einem heute surreal und absurd vor, sagte David Wagner. Daher sei es großartig, dass die Schüler, die die Teilung nicht aus eigener Anschauung kennen, nachgefragt haben. „Mosaikartig fügen sich die einzelnen Schicksale zu einer Geschichte zusammen“, so der Comiczeichner OL. Beide Autoren gehören zu den 17 Persönlichkeiten aus Ost und Westdeutschland, die die Jugendlichen interviewt haben.
Die Idee zu dem Buchprojekt hatten Julia Balogh und Birgit Murke, Dozentin bzw. Leiterin der LiteraturInitiave Berlin (LIN). „Die LIN bietet in Literaturkursen die Möglichkeit die kritische Auseinandersetzung mit Literatur und historischen sowie gesellschaftlichen Fragen zu üben“, betonte Birgit Murke. Beste Voraussetzungen also um die Autoren, Politiker, Sportler und Schauspieler zu interviewen. Drei Jahre haben die Jugendlichen an dem Buch gearbeitet und dabei viel gleistet. Sie hätten Ausstellungen besucht, Filme gesehen und Bücher gelesen, so Birgit Murke. „Vorurteile lassen sich aber am besten durch persönliche Gespräche abbauen.“
Unteranderem haben Hanna Schygulla, Ines Geipel, Klaus Kordon, Peter Fox, Rainer Eppelmann und Sten Nadolny den Jugendlichen Rede und Antwort gestanden. Julia Balogh brachte es so auf den Punkt: „Die Interviews sind spannend, berührend, brisant und absolut authentisch. Über die Gespräche zwischen den Generationen machen die Jugendlichen die jüngste deutsche Geschichte lebendig und werden zu Geschichtsvermittlern für ihre eigene Generation.“
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