Bücher auf FSC-zertifiziertem Papier in Europa zu drucken ist seit vielen Jahren „elementarer Bestandteil des unternehmerischen Selbstverständnisses“ des Tre Torri Verlags. Diese konsequente Haltung wurde nun zum Dealbreaker bei den Verhandlungen mit der englischen Octopus-Publishing Group über das Erscheinen des Kleinen Johnson 2023. Denn dieser soll, wie bereits in den Jahren zuvor, in Asien gedruckt werden.
„Ein Druck in Asien mit intransparenten Angaben zu Produktions- und Arbeitsbedingungen und der prekären Verschiffungssituation samt unkalkulierbarer Kosten erscheint uns nicht zeitgemäß. Wir lassen unsere Bücher im lokalen Umfeld produzieren. Leider waren unsere englischen Partner nicht bereit, unserem Wunsch nach einer Produktion der deutschen Ausgabe des Kleinen Johnsons 2023 bei einer Druckerei unseres Vertrauens nachzukommen.“, sagt Verleger Ralf Frenzel.
Erst im letzten Jahr kam es zur erfolgreichen Lizensierung des bekannten Weinführers, der fortan unter dem Dach von TRE TORRI im HALLWAG Verlag erscheinen sollte. Die Weinlegenden Hugh Johnson OBE und Jancis Robinson MW reisten persönlich zur Pressekonferenz nach Deutschland. Das Medienecho war entsprechend groß. Auch die neue, moderne Gestaltung des Kleinen Johnson 2022 überzeugte nicht nur Hugh Johnson und Jancis Robinson sondern ebenso die Käufer:innen.
„Die Verkaufszahlen bestätigen unseren Erfolg bei der Vermarktung des Kleinen Johnson 2022 im Rahmen unserer 360 Grad Kampagne – der Titel ist aktuell ausverkauft! Die gemeinsamen Veranstaltungen mit Hugh und Jancis waren eine absolute Herzensangelegenheit. Wir bedauern es sehr, dass wir hieran in diesem Jahr nicht weiter anknüpfen und den Weinführer neu positionieren können, stehen aber auch voller Überzeugung hinter unserer Entscheidung. Zumal Hugh Johnson die kommende Auflage 2023 nicht mehr persönlich betreuen wird. “, so Frenzel.
Tre Torri setzt bei der Rezeptentwicklung, der Fotoproduktion und den Herstellungsprozessen auf Nachhaltigkeit. Der vollständige Verzicht auf die Verpackungsfolie, auch für hochpreisige Bücher, soll nun konsequent ab dem Sommer 2022 umgesetzt werden.
„Ich möchte auch an andere Verlage appellieren und dazu aufrufen das Thema Nachhaltigkeit weiter zu fördern und sich von Druckprozessen in Asien und dem Verschiffungs-Wahnsinn, auch angesichts der Umweltdebatte, weiter zu distanzieren“, betont der Verleger.
2 Antworten
Chapeau! Eine mutige, kluge Entscheidung. Wünschte mir, dass weitere Verleger*innen sich zu ähnlichen Schritten entschließen würden und die Ebene der Sprechblasen und des Greenwashings endlich hinter sich lassen.
Genau so und nicht anders! Vielen Dank für Ihre deutliche Haltung!