„Ich habe gründlich die Kinowelt der 1930er Jahre recherchiert und das verbunden mit einem komplexen Kriminalfall“
Der Krimi „Das Geheimnis des dunklen Hauses“ (ab 22. September bei Emons) führt den Leser zurück in die Anfänge der Filmindustrie – das war Anlass für unser Gespräch mit der Autorin Margarete von Schwarzkopf:
Margarete von Schwarzkopf war Feuilletonredakteurin bei der „Welt“ und viele Jahre beim NDR als Redakteurin für Literatur und Film. Heute ist sie als freie Journalistin, Autorin, Literaturkritikerin und Moderatorin tätig (c) Ingo Winkelstroeter
Das frage ich immer zuerst, also auch Dich: Worum geht es in Deinem Buch?
Margarete von Schwarzkopf: „Das Geheimnis des dunklen Hauses“ erzählt die Geschichte einer atemlosen Suche nach einem unvollendeten Kinoklassiker der 1930er Jahre. Meine Protagonistin Anna Bentorp wird erneut zur Ermittlerin wider Willen und gerät in den Sog eines mysteriösen Rätsels um ein gestohlenes Filmfragment.
Jetzt verstehe ich, warum der Emons Verlag mit dem Slogan Wenn die letzte Klappe fällt wirbt. Der hätte mir als Buchtitel besser gefallen.
Den Tiel versteht Du, wenn Du das Buch ganz gelesen hast. Ich habe gründlich die Kinowelt der 1930er Jahre recherchiert und das verbunden mit einem komplexen Kriminalfall, dessen Schatten bis in die Gegenwart reichen.
Als bekennenden Filmfan hat mich das sofort in den Bann Deines Krimis gezogen. Wie bist Du auf das Thema gestoßen?
Zu dem Thema Film haben mich mehrere Dinge angeregt: Als ich nach einem neuen Abenteuer für meine Protagonistin Anna suchte, sagte mein zweitjüngster Sohn, ich sollte mir doch mal das Thema Film vornehmen, da ich mich dafür auch aus beruflichen Gründen immer schon interessiert habe. Und da meine Eltern als politische Emigranten in den dreißiger Jahren in Hollywood gelebt haben, kam ich auf die Idee, dass ich das Thema Emigranten aus dem Filmbereich einbauen könnte. Zwar sind die Filmschaffenden, die in der Handlung auftauchen, fiktiv, aber der Filmkomponist Alexander Schönfels ist eine Art Hommage an Erich Wolfgang Korngold. Und die Idee, Anna zu einem kleinen Filmfestival zu schicken, ist meiner eigenen Teilnahme an dem Filmfest in Bibrach an der Riss geschuldet.
Ich weiß, Du warst damals dort in der Jury.
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Neben neuen Figuren greife ich auch immer gerne auf vertraute Gestalten zurück: außer Anna ist das ihr ambivalenter Freund Richard, Inhaber eines Antiquitätengeschäfts in Hannover, Kommissar Hans Schumann und der ewige Besserwisser Harald Frostauer, im ersten Band der Reihe Annas lästiger Verehrer.
Wichtig sind auch die Schauplätze, in diesem Fall ein fiktiver Ort in der Eifel bei Monschau, ein Filmmuseum bei Bergheim, Köln und ein ebenfalls fiktiver Ort im Emsland. Und ein altes Haus an der schottischen Grenze, um dessen Geheimnis es geht.
Der Roman spielt wie alle Deine Krimis auf mehreren Zeitebenen.
Ja, diesmal 1900/1901, 1937/38 und heute, bzw. 2023.
Und wem könnte man „Das Geheimnis des dunklen Hauses“ mit welchem Argument am besten verkaufen?
Auf jeden Fall neugierigen Lesern und natürlich den Fans meiner Heldin Anna Bentorp. Eines der Themen ist die Frage, was Menschen zu Mördern macht, was Gier und Fanatismus bewirken können. Im Mittelpunkt aber steht immer meine Heldin Anna, die immer wieder fast in Abgründe fällt, da sie ständig in Kriminalfälle gerät und oft nicht rechtzeitig die Reissleine zieht. Sie ist neugierig, manchmal etwas zu naiv und gutgläubig, aber nicht dumm. Und sie ist loyal und trotz mancher Ängste mutig.
Die Figur gefällt mir, ist Nachschub geplant?
Ich bin inzwischen mit ihr befreundet und schicke sie vielleicht noch in einen letzten Fall, wenn der Verlag mitmacht.
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