Für den Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr kamen herausragende Titel aus dem Ruhrgebiet und über das Ruhrgebiet infrage, die im Zeitraum vom 1. Mai 2022 bis 30. April 2023 in einem Verlag oder per Selfpublishing erschienen sind. 50 literarische Werke aus unterschiedlichen Genres standen auf der Leseliste der Jury. Wer den Hauptpreis gewinnt, wird während der Verleihungsgala am 14. September 2023 in der Kreuzeskirche in Essen bekanntgegeben.
Für den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis Ruhr kommen folgende Werke in Betracht:
- Lina Atfah: Grabtuch aus Schmetterlingen (Pendragon)
- Mariusz Hoffmann: Polnischer Abgang (Berlin Verlag)
- Lisa Roy: Keine gute Geschichte (Rowohlt)
- Martin Simons: Beifang (Aufbau)
Die Jury für den Literaturpreis Ruhr erachtete auch Die Nacht unterm Schnee von Ralf Rothmann als eines der besten Bücher aus und über das Ruhrgebiet, die 2022/2023 erschienen sind. Neben vier weiteren herausragenden Titeln setzte das Gremium den Roman deshalb auf die Shortlist für den Hauptpreis beim Literaturpreis Ruhr 2023: Ralf Rothmann teilte nun per E-Mail mit, dass er sich zwar sehr geehrt fühle, für den Literaturpreis Ruhr infrage zu kommen, aber er „wurde mir ja schon verliehen, und es ergäbe in meinen Augen ein schiefes Bild, so einen Preis zweimal zu erhalten“. Der vielfach ausgezeichnete Autor bat deshalb darum, von der Shortlist genommen zu werden.
Seit der Neuaufstellung im Jahr 2019 wird der Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr für ein aktuelles literarisches Werk vergeben, nicht mehr – wie von 1986 bis 2018 – für das Gesamtwerk des Autors oder der Autorin. Die Änderung bedeutet, dass auch Autorinnen und Autoren, die den Preis bereits gewonnen haben, mit einem jüngst erschienenen Buch erneut nominiert werden können. Von dieser Möglichkeit hat die Jury im Fall von Rothmanns Roman „Die Nacht unterm Schnee“ Gebrauch gemacht. Das Einverständnis der Nominierten wird grundsätzlich vorausgesetzt. Die Jury, der Preisstifter Regionalverband Ruhr (RVR) sowie das Literaturbüro Ruhr respektieren selbstverständlich den Wunsch des Autors. Die Jury bezieht das Buch ab sofort nicht mehr in ihre Überlegungen für die Vergabe des Hauptpreises mit ein.