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Evangelischer Buchpreis 2026 geht an Annett Gröschner

Die Berliner Schriftstellerin Annett Gröschner erhält den diesjährigen Evangelischen Buchpreis für ihren Roman „Schwebende Lasten“. Die Jury des Evangelischen Literaturportals (Eliport) hebt hervor, die Protagonistin Hanna balanciere zwischen Auflehnung und Anpassung und treffe ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen, sondern lasse sich von Menschlichkeit und Anstand leiten. „Gerade darin liegt die politische Kraft des Romans, denn Gröschner zeigt, dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen.“ Hanna Krause stehe somit für unzählige andere Frauen, die keine Stimme erhalten.

Gröschner wurde 1964 in Magdeburg geboren und lebt seit 1983 in Berlin. „Schwebende Lasten“ erschien im vergangenen Jahr im Verlag C.H.Beck. Die Autorin beschreibt darin fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte entlang des Lebens einer Magdeburger Arbeiterin. Bekannt wurde Gröschner mit ihren Romanen „Moskauer Eis“ (2000) und „Walpurgistag“ (2011). Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie gemeinsam mit zwei weiteren Autorinnen das Buch „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 20. Mai 2026 um 17:00 Uhr im Heilig-Geist-Saal, Hans-Sachs-Platz 2, 90403 Nürnberg an Annett Gröschner verliehen.

Seit 1979 vergibt das Evangelische Literaturportal den Evangelischen Buchpreis. Die vorgeschlagenen Titel stammen nicht von Verlagen oder Autorinnen und Autoren, sondern von Leserinnen und Lesern. Ausgezeichnet werden Bücher, „die anregen, über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken“.
In der Jury arbeiten unter anderem Mitarbeitende aus evangelischen Büchereien, aus den Landesverbänden der Büchereiarbeit sowie aus der Redaktion des Evangelischen Literaturportals.

Weitere Informationen unter www.eliport.de/buchpreis

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