Die Umsatzerlöse des Fachverlags Springer Nature stiegen im ersten Halbjahr 2026 auf € 939,8 Millionen (H1 2025: € 925,9 Millionen), was einem organischen Wachstum von 6,2 % entspricht. Wesentlicher Wachstumstreiber war das Segment Research mit einer anhaltenden Stärke im Zeitschriftengeschäft. Dazu trugen insbesondere die Full Open Access (FOA)-, Nature- und Springer-Portfolios bei.
Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf € 246,2 Millionen (H1 2025: € 240,6 Millionen) und verzeichnete damit ein organisches Wachstum von 7,7 %, bedingt durch einen vorteilhaften Produktmix und operative Skaleneffekte.
Frank Vrancken Peeters, der Vorstandsvorsitzende (Chief Executive Officer, CEO) von Springer Nature, sagte: „Wir haben ein starkes erstes Halbjahr erzielt, wobei unser Segment Research den Markt erneut übertroffen hat. Dies unterstreicht unsere führende Position im Bereich Open Access, den Einsatz KI-gestützter Tools sowie unsere kontinuierlichen Investitionen in Wachstum. Im ersten Halbjahr haben wir 39 neue Zeitschriften sowie Nature Books, unsere neue Marke für wissenschaftliche Bücher, eingeführt. Vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsentwicklung haben wir unsere Prognose angepasst und erwarten nun für 2026 ein organisches Umsatzwachstum von rund 6 %.“
Segmente
Das Segment Research verzeichnete Umsatzerlöse von € 748,0 Millionen (H1 2025: € 730,7 Millionen) mit einem organischen Umsatzwachstum von 7,2 %. Dies war vor allem auf die Entwicklung des Fachzeitschriftenportfolios zurückzuführen. Die Zahl der veröffentlichten Artikel stieg um rund 13 % und lag damit deutlich über dem geschätzten Marktwachstum von rund 8 % im gleichen Zeitraum.
Zur Jahresmitte waren nahezu alle Vertragsverlängerungen für das Jahr 2026 abgeschlossen.
Im ersten Halbjahr 2026 hat das Unternehmen 39 neue Zeitschriften eingeführt, darunter Nature Progress Oncology, Nature Progress Brain Health, Scientific Reviews, eine multidisziplinäre Schwesterzeitschrift von Scientific Reports, die narrative Reviews veröffentlicht, sowie BMC Sustainability und 14 neue Titel der Discover-Reihe, darunter Discover Telecommunications.
Neues Buch-Imprint Nature Books
Im Juli hat Springer Nature Nature Books vorgestellt, ein neues Imprint, das die wissenschaftliche Expertise der Nature-Redaktion mit der führenden Stellung des Unternehmens im Bereich akademischer Bücher vereint.
Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen 19 neue transformative Vereinbarungen (Transformative Agreements, TAs) mit nationalen Konsortien, staatlichen Stellen und Forschungseinrichtungen abgeschlossen, um den Übergang zu Open Access weiter voranzutreiben. Damit stieg die Gesamtzahl der zum Ende des Berichtszeitraums bestehenden TAs auf 101. Die transformativen Vereinbarungen von Springer Nature umfassen mittlerweile mehr als 4.400 Einrichtungen.
KI-Einsatz
Springer Nature investiert weiterhin in KI und Technologie und baut dabei auf seine vertrauenswürdigen Marken, Inhalte und seine umfassende fachliche Expertise. KI treibt den wissenschaftlichen Fortschritt voran, und Springer Nature setzt Künstliche Intelligenz gezielt ein, um den Publikationsprozess weiterzuentwickeln, die Integrität der Forschung zu stärken und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verbessern.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits mehr als 60 % aller Einreichungen über SNAPP, die integrierte KI-gestützte Publikationsplattform von Springer Nature, bearbeitet. Nature Research Assistant, ein KI-Tool für Forschende, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, wurde um die Funktion Manuscript Adviser erweitert. Diese unterstützt Autor*innen dabei, die wissenschaftliche Aussagekraft ihrer Manuskripte zu verbessern und so das Vertrauen in deren Qualität bereits vor der Einreichung zu stärken.
Die Umsatzerlöse mit Büchern stiegen, wobei sowohl das Print- als auch das Digitalgeschäft zum Wachstum beitrugen. Der Umsatz im digitalen Buchgeschäft profitierte von der zeitlichen Verschiebung der Auslieferung von E-Book-Paketen an institutionelle Kunden.
Die Umsatzerlöse im Servicegeschäft profitierten vom Wachstum bei Text- und Data-Mining-Lösungen (TDM) für Unternehmenskunden, das die Auswirkungen eines schwierigeren Marktumfelds für Werbedienstleistungen und Talent Services in den USA teilweise ausglich. Springer Nature hat kürzlich eine Partnerschaft im Rahmen von ARC3 AI mit einer führenden Plattform für medizinische Informationen bekannt gegeben. ARC3 ermöglicht Kunden den Zugang zu vertrauenswürdigen wissenschaftlichen Inhalten in KI-gestützten Umgebungen.
Das organische Wachstum des bereinigten Betriebsergebnisses lag bei 8,2 %. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf € 228,7 Millionen(H1 2025: € 219,6 Millionen) und lag damit im Berichtszeitraum über dem Umsatzwachstum, getragen von operativen Skaleneffekten und Effizienzmaßnahmen.
Im ersten Halbjahr hat Springer Nature angekündigt, sein Publikumsmediengeschäft, bestehend aus Scientific American in den USA und Spektrum der Wissenschaft in Deutschland, zu veräußern. Scientific American wurde am 24. Juni 2026 von der LabX Media Group übernommen. Der Verkauf von Spektrum der Wissenschaft an GeraNova Bruckmann wurde am 31. Juli 2026 abgeschlossen.
Über die finanziellen Konditionen der Transaktionen wurde Stillschweigen vereinbart. Scientific American und Spektrum der Wissenschaft trugen im Geschäftsjahr 2025 gemeinsam rund € 25 Millionen zum Umsatz des Segments Research bei. Die beiden Transaktionen werden sich leicht positiv auf das bereinigte Betriebsergebnis auswirken.
Das Segment Health verzeichnete Umsatzerlöse von € 89,9 Millionen(H1 2025: € 90,4 Millionen) und ein organisches Umsatzwachstum von 1,3 %. Die Geschäftsentwicklung profitierte vom Wachstum in der DACH-Region, das die rückläufige Entwicklung im Bereich International Healthcare sowie in den Niederlanden teilweise ausglich. Im Bereich International Healthcare belasteten das wirtschaftlich und regulatorisch unsichere Umfeld die Marketingausgaben der Pharmaindustrie. In den Niederlanden war die Umsatzentwicklung erwartungsgemäß durch einen anspruchsvollen Vorjahresvergleich beeinflusst, da das erste Halbjahr 2025 von der Einführung einer neuen Ausgabe des Schlichting-Tests zur Beurteilung der Sprachentwicklung profitiert hatte.
Das bereinigte Betriebsergebnis im Segment Health stieg organisch um 1,2 % auf € 15,3 Millionen(H1 2025: € 15,4 Millionen), weitgehend im Einklang mit dem Umsatzwachstum.
Das Segment Education erzielte Umsatzerlöse in Höhe von € 102,8 Millionen(H1 2025: € 105,5 Millionen), was einem organischen Wachstum von 3,5 % entsprach. Das Umsatzwachstum wurde vor allem durch das südliche Afrika mit einer soliden Entwicklung in Simbabwe, die vorgezogene zeitliche Verschiebung bei Bestellungen in Westeuropa sowie das Wachstum in Indien getragen. Teilweise ausgeglichen wurde diese Entwicklung durch niedrigere Umsätze in Argentinien infolge eines anspruchsvollen Vorjahresvergleichs, da das erste Halbjahr 2025 von einem großen Regierungsauftrag profitiert hatte.
Der berichtete Umsatz ging hingegen um 2,6 %, vor allem aufgrund der Hyperinflation in Argentinien sowie der Stärke des Euro gegenüber der indischen Rupie.
Das bereinigte Betriebsergebnis im Segment Education erhöhte sich organisch um 4,4 % auf € 2,3 Millionen (H1 2025: € 5,5 Millionen). Auf berichteter Basis ging das bereinigte Betriebsergebnis aufgrund negativer Währungseffekte wie oben beschrieben um 58,8 % zurück.
Ausblick
Im März hatte das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2026 ein organisches Umsatzwachstum von 5 % bis 6 % sowie eine Verbesserung der organischen bereinigten operativen Ergebnismarge um etwa 30 Basispunkte prognostiziert. Nun erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von rund 6 % und einen Anstieg der organischen bereinigten operativen Ergebnismarge um mindestens 30 Basispunkte.
Alexandra Dambeck, Vorständin Finanzen (Chief Financial Officer, CFO) von Springer Nature, sagte: “Die starke Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 sowie unsere angepasste Prognose belegen die Stärke unseres Portfolios und unsere anhaltende Fähigkeit, das bereinigte Betriebsergebnis schneller als den Umsatz zu steigern und gleichzeitig in Initiativen zu investieren, die langfristiges Wachstum fördern.”