
Nach mehr als drei Jahrzehnten hat Claudia Glenewinkel den Steidl Verlag in Göttingen Ende Juli 2026 auf eigenen Wunsch verlassen. Glenewinkel war für die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit des Verlages verantwortlich und hat darüber hinaus als programmverantwortliche Lektorin für englische Literatur das literarische Profil des Verlags maßgeblich geprägt. Sie hat vor allem irische Autor:innen wie Claire Keegan, Sebastian Barry, Louise Kennedy, Maeve Brennan, Colin Barrett, Liz Nugent für den deutschen Markt entdeckt und bekannt gemacht. Seit einigen Jahren ist Claudia Glenewinkel, vor allem im Team mit Hans-Christian Oeser, auch als Übersetzerin tätig. In Zukunft wird sie als freie Lektorin und Übersetzerin und als Scout für Literatur aus Irland tätig sein.

Daniel Frisch verlässt ebenfalls aus eigener Entscheidung den Verlag nach 14 Jahren, in denen er für das deutschsprachige Literaturprogramm und die Leseveranstaltungen verantwortlich war. Er hat u.a. Annika Büsing, Marina Schwabe und Çiğdem Akyol mit ihren Debütromanen, sowie Alexander Pechmann, Richard Fariña, Raquel Erdtmann und Ann Marks ins Programm geholt. Auch außerhalb seiner Verlagstätigkeit wurde er bereits regelmäßig als Moderator für Lesungen engagiert. Er wird als freier Lektor und Literaturvermittler weiterarbeiten.
Ein Kommentar
Mit Claudia Glenewinkel und Daniel Frisch verlassen zwei tolle, engagierte, belesene und auch mutige Büchermenschen nicht nur den Steidl Verlag, sondern das literarische Tableau. Aber zum Glück verlassen sie es nicht, verlassen vor allem nicht die Welt der Bücher und damit nicht die Leserschaft. Der kurze BuchMarkt-Text fasst die wesentlichen Autoren und Verdienste der beiden sehr gut zusammen, vor allem die Liebe von Claudia Glenewinkel zu den irischen AutorInnen und die ‚Entdeckung‘ von Alexander Pechmann und zuletzt Annika Büsing durch Daniel Frisch.
Ich freue mich schon darauf, von der Arbeit der beiden zu hören und vor allem zu lesen.