
Es sei das beste Buch der Gattung erzählendes Sachbuch, wurde den Auszubildenden der Göttinger Buchhandlungen vor mehr als einem halben Jahrhundert der CERAM empfohlen. Einer der Auszubildenden war ich. Nach dieser Anregung las ich das Buch in einem Zuge durch, habe es inzwischen wohl fünfmal gelesen und in Auszügen vorgetragen.
Meine Leidenschaft begann vor mehr als sechs Jahrzehnten. Viele Kund:innen, denen ich den CERAM als herausragendes Geschenk und zuverlässigen Brückenbauer zu den Geschichtswissenschaften empfohlen habe, waren so von ihm angetan, dass sie es ein zweites Mal kauften, um es zu verschenken. Die meisten Bücher, die ich als späterer Verlagslektor initiiert habe, verdanken einen Großteil ihres Erfolgs der Orientierung ihrer Autorinnen oder Autoren am CERAM.
Damit wäre ein roter Teppich gerollt, und ich könnte mich anderen Büchern zuwenden. Denjenigen, die den CERAM nicht kennen, schulde ich jedoch wenigstens eine knappe knappe Begründung, die übrigens die zutreffende Anpreisung des Rowohlt-Verlags bestätigt.
Was zeichnet den CERAM aus?

Dem Autor und ehemaligen Verlagslektor Kurt W. Marek (von hinten gelesen CERAM) Jahrgang 1915, ist Unmögliches gelungen. Er hat fesselnd und oft sehr unterhaltsam die archäologische Wissenschaft als faszinierenden Tatsachenroman inszeniert.
CERAM macht uns zu gleichberechtigten Teilnehmer:innen einer Expedition, die namhafte Forscher:innen, aber auch Abenteurer:innen und besessene Amateur:innen begleitet.
Als Leserinnen und Leser sind wir hautnah dabei, wenn Schliemann auf den Spuren Homers Troja entdeckt, Carter das Grab des legendären Tutanchamun öffnet, Koldewey Babylon freilegt, Thomson unter Lebensgefahr den Maya-Opfergaben und dem kostbaren Schmuck in einem sakralen Brunnen nachtaucht oder der Ägyptologe Champollion die Hieroglyphen entschlüsselt.
Den Autor und sein Buch zeichnet aus, dass jede Zeile der epischen Erzählung auf nachprüfbaren Tatsachen beruht.
Da ich in den zurückliegenden Jahrzehnten viele literarische Quellen gelesen habe, kann ich dieses Urteil bekräftigen.
Wer mehr über die Grundlagen und Anfänge der Entwicklung der Menschheit sowie über deren Kulturen wissen will, findet im CERAM fesselnde und stets höchst anschaulich geschilderte Auskünfte und Anregungen.
Die ergiebige Lesbarkeit wird außerdem durch einige sehr gehaltvolle, oft auch farbige Bildteile, Karten und Lagepläne, weiterführende Literaturempfehlungen und ein Lesewünsche weckendes Nachwort des begnadeten Autors gesteigert.
Überdies hat Hannelore Marek den Archäologen Michael Siebler dafür gewonnen, das Werk behutsam auf den Forschungsstand um 2008 zu bringen.
Ihnen wünsche ich viel Lesefreude und reichen Lektüregewinn!
Helmut Benze







