
Der Literaturnobelpreis 2026 wurde Anne Carson für ihr kühnes und einfallsreiches Gesamtwerk verliehen, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat.
Anne Carson ist eine der renommiertesten kanadischen Dichterinnen, Essayistinnen und Altphilologinnen der Gegenwart. Sie wurde 1950 in Toronto geboren. Ihr Stil zeichnet sich durch das radikale Aufbrechen von Gattungsgrenzen aus: Sie vermischt klassische Gelehrsamkeit (insbesondere antike griechische Literatur) mit moderner Lyrik, Romanformen, Essays und experimentellen Collagen.
Zu Ihren Werken zählen u.a.:
„Rot. Ein Roman in Versen“, Piper Verlag 2001; Ü: Anja Utler
„Norma Jeane Baker von Troja“, Matthes & Seitz Berlin 2025, Marie Luise Knott
„An Antigone“, Verlag Turia + Kant 2025; Ü: Marcus Coelen
Das Preisgeld beträgt 12 Millionen Schwedische Kronen (umgerechnet rund 1,07 Millionen Euro). Die Auszeichnung wird am 10. Dezember in Stockholm überreicht.
Im letzten Jahr gewann László Krasznahorkai.