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Die Herausgeber von „Deutschland – Kultur und Landschaft“ rufen zum Kauf im Einzelhandel auf

Es ist ein opulentes, dreibändiges Werk, an dem die vier Autoren von Deutschland – Kultur und Landschaft zusammen mit einem Team von 25 Menschen bei koenemann.com gearbeitet haben: einige tausend Artikel über Natur, Architektur, Kunst und Wissenschaft auf 2.128 Seiten, 14 Kilogramm schwer, Verleger Ludwig Könemann hatte im Sonntagsgespräch auf buchmarkt.de darüber erzählt.

Ideal für den Versand mit Amazon, mögen viele Käufer gedacht haben. Nur: „Der Internetriese liefert fatalerweise häufig nur einen Band aus. Das führt zu schlechten Bewertungen des Produkts. Die Folge: Interessenten werden bei einer schlechten Gesamtbewertung abgeschreckt. Anfragen beim Unternehmen bleiben ebenso ohne Reaktion wie der Klick auf ‚Missbrauch melden'“. Aus diesem Grund rufen die Herausgeber zum Kauf des Buchs im Einzelhandel auf.

Für die Herausgeber Thomas Hauffe, Detlev Arens, Daniel Kiecol und Katja Sassmannshausen sowie all die anderen Autoren und Redakteure, die zu diesem Werk beigetragen haben, ist – so heißt es in der Mitteilung dazu – das Vorgehen von Amazon ein Skandal: „Das Unternehmen handelt grob fahrlässig, weil es viel zu oft die drei Bände nicht komplett ausliefert, den Fehler aber auch nicht abstellt und das eigene Unvermögen auf den Verlag und die Macher des Buchs abwälzt.“

Sie erklären: „Der Service von Amazon kann nicht beurteilt werden, unzufriedene Kunden müssen fehlerhafte Lieferungen zwangsläufig in die Fünf-Sterne-Bewertungsskala einfließen lassen. Dabei hat die Beschwerde über die fehlerhafte Lieferung durch Amazon überhaupt nichts mit der Qualität des Buches zu tun. Das Gesamtergebnis wird dann grafisch zusammengefasst, ohne dass der Leser auf Anhieb die Gründe für eine schlechte Bewertung erkennen kann.“

Für den Verleger Ludwig Könemann hat das Verhalten von Amazon System: „Schon im vergangenen Lockdown wurden Buchlieferungen gestoppt und massiv E-Books beworben. Das Ziel ist klar: den Buchhandel schwächen. Versucht man, einen Menschen bei Amazon auf Missstände bei der eigenen Leistung oder der Bewertungslogik hinzuweisen, wird man keinen Erfolg haben. Service: null. Anders als in jedem Buchladen!“

Inzwischen hat sich auch Amazon bei uns zu den Vorwürfen gemeldet: „Lesen und Bücher sind für uns und unsere Kund:innen sehr wichtig, und wir werden unseren Kunden auch weiterhin Bücher in allen Formaten anbieten. Wir arbeiten jeden Tag daran, unseren Kund:innen niedrige Preise, eine große Auswahl und eine schnelle Lieferung zu bieten. Sollte ein Produkt einmal nicht ankommen oder vom beworbenen Zustand abweichen, können Kund:innen den Amazon Kundenservice kontaktieren“, so ein Amazon-Sprecher.

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2 Antworten

  1. Wer einem Fuhrunternehmen Buchhandelsrabatte gewährt, braucht sich hinterher eigentlich nicht beschweren, daß dieses überhaupt keine buchhändlerische Leistung erbringt und dies auch künftig nicht beabsichtigt. Es bezeichnet sich selbst als Logistikunternehmen. Dieses Unternehmen beschäftigt auch keine Buchhändler, sondern nur billige Hilfskräfte als Logistiker. Fragen Sie mal Verdi!
    Also, mal hingucken, bevor man Höchstrabatte gewährt!

    1. Hallo Herr Buchard,

      richtig kritisiert, falsch recherchiert.

      Amazon ist NICHT unser Kunde sondern kauft beim Barsortiment. Der Könemann Verlag hat NOCH NIE in seiner Geschichte ein Buch direkt an Amazon verkauft. Amazon staubt ab wenn Bücher besprochen werden, weil es der Buchhandel noch immer nicht geschafft hat, Bücher frei Haus an den Kunden zu liefern,

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