Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Wer waren die falschen Propheten?“: Einblicke in die Zeit, als die Jesusbewegung begann: Reinhard Kratz legt eine überaus anregende Darstellung der Schriftfunde von Qumran vor. „Die neue Gesamtdarstellung des Göttinger Alttestamentlers Reinhard G. Kratz bietet dichte Einblicke auf dem aktuellen Forschungsstand. Der Untertitel ist signifikant: Während die frühere Forschung zunächst fragte, was die Texte zur Entstehung des Christentums beitragen, hat die neuere Forschung gezeigt, dass das Corpus der Texte vollständig aus jüdischen Texten besteht. Es geht also primär um Einsichten über das Judentum.“
Reinhard G. Kratz, Qumran. Die Schriftrollen vom Toten Meer und die Entstehung des biblischen Judentums (C. H. Beck Verlag)
„Auf philosophischem Gebirgslehrpfad“: Nicht ohne Schelte: Daniel-Pascal Zorn führt durch eine originell bestimmte philosophische Postmoderne. „Sein Vorhaben ließe sich neutraler fassen als eine Geschichte der nachhegelianischen Philosophie, die er als eine beständige Auseinandersetzung mit allen Formen von Einheitsdenken darstellt, dem titelgebenden Absoluten eben. Dabei ist es Zorn einerlei, wie man das Problem genau tauft: ‚Es geht immer um die Frage nach der prinzipiellen Einheit und der konkreten Vielfalt.'“
Daniel-Pascal Zorn, Die Krise des Absoluten. Was die Postmoderne hätte sein können (Klett-Cotta Verlag)
„Ein bürgerlicher Sozialist stand unter Verdacht“: Intellektueller im Weltbürgerkrieg: Daniel Siemens schreibt eine alle Schwarz-Weiß-Zeichnungen vermeidende Lebensgeschichte von Hermann Budzislawski. „Daniel Siemens zeichnet von Budzislawski ein differenziertes Porträt mit kritischer Sympathie. Weder macht er aus dem Sozialisten und Antifaschisten einen liberalbürgerlichen Intellektuellen, der sich nur in Camouflage üben musste, noch lässt er die alte Agententhese gelten. Dabei spürt er Indizien und Verdachtsmomenten einer – freilich nicht belegbaren – Geheimdiensttätigkeit genau nach.“
Daniel Siemens, Hinter der Weltbühne. Hermann Budzislawski und das 20. Jahrhundert (Aufbau Verlag)
„Pop-Anthologie als Buch“: Eine Auswahl der Pop-Anthologie auf FAZ.NET erscheint als Buch. „Uwe Ebbinghaus und Jan Wiele, Redakteure in diesem Feuilleton, haben eine Auswahl von 33 Folgen aus der von ihnen betreuten und auf FAZ.NET erscheinenden Pop-Anthologie zu einem Buch zusammengestellt.“
Uwe Ebbinghaus/Jan Wiele (Hg.), „Drop It Like It’s Hot“. 33 (fast) perfekte Popsongs (Reclam Verlag)
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„Sturz aus dem Alltag“: Statt der Eröffnung der Buchmesse feiert Leipzig immerhin die Verleihung des Buchpreises zur Europäischen Verständigung. „In gebührendem Abstand kam beim Festakt in der Nikolaikirche aber auch die andere Enttäuschung zur Sprache, die Absage der Leipziger Buchmesse, als deren Auftakt die Preisverleihung normalerweise im Gewandhaus stattfindet. Zum dritten Mal in Folge fällt sie in diesem Jahr aus. Es gibt ein von einigen Verlagen organisiertes Ersatzprogramm, die ‚Pop-up-Messe‘ in der Stadt, die Messe auf dem Messegelände gibt es nicht. Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels stand ‚traurig, sprachlos, unsicher‘ vor dem ‚geschlossenen Tor zum Osten‘.“
„Runde Sachen“: Tomer Gardi, Uljana Wolf und Anne Weber ausgezeichnet. „Übersetzungen spielten bei allen drei prämierten Büchern eine doppelte und dreifache, eine subversive und belebende, eine innige und intellektuelle Rolle.“
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„Übersetzungsleistung“: Die Preise der Leipziger Buchmesse für Tomer Gardi, Anne Weber, Uljana Wolf.
„Halb was anderes“: Yannic Han Biao Federer erzählt in seinem Roman Tao formbewusst von groben Klötzen, Köln-Kalker Tristesse, Liebeskummer und einer Reise nach Hongkong. „Wie schon der Debütroman Und alles wie aus Pappmaché, auf dessen Coming-of-Age-Geschichte in Tao angespielt wird, beeindruckt auch der neue Roman mit Erzählrhythmus und Formbewusstsein. Ständig wechselt Yannic Han Biao Federer die Erzählfäden, die miteinander verbunden sind.“
Yannic Han Biao Federer, Tao (Suhrkamp Verlag)