Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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- „Ein Präfekt schafft Ordnungeine Stadt wird umgekrempelt“: Esther da Costa Meyer legt eine exzellente Darstellung des Umbaus von Paris unter Napoleon III. vor. „Das ergibt einen Band, der in einer halbwegs ambitionierten Bibliothek von Paris-Liebhabern eigentlich nicht fehlen darf.“
Esther da Costa Meyer, Dividing Paris. Urban Renewal and Social Inequality 1852–1870 (Princeton University Press) - „Wie ist die Verwertungslogik doch grausam“: Jetzt aber bitte mal her mit den Philosophielehrstühlen: Akademischer Nachwuchs steigt auf die Barrikaden. „Aber für nachdenkliche Momente, in der die eigene Privilegiertheit reflektiert würde, war in dieser Streitschrift offenbar kein Platz. Dabei hätte es dem Anliegen der Autoren sicher genützt, Zweifel selbst der geneigten Teile der Öffentlichkeit an ihrem Elend zu thematisieren.“
Amrei Bahr, Kristin Eichhorn und Sebastian Kubon, #IchBinHanna. Prekäre Wissenschaft in Deutschland (Suhrkamp Verlag) - „Er sinnt auf Rache“: Annekathrin Kohout widmet dem Nerd eine eingehende Betrachtung. „Die Pointe der Untersuchung, so viel sei gleich verraten, läuft darauf hinaus, dass sich der Nerd kaum noch dingfest machen lässt. Einst sagte man ihm nach, er ernähre sich am liebsten von Pizza; heute gibt es Food-Nerds, die der Haute Cuisine huldigen.“
Annekathrin Kohout, Nerds. Eine Popkulturgeschichte (C. H. Beck Verlag)
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- „Da knallen die Kindersektkorken“: Selfmade-Hupe Carsten Maschmeyer hat ein kapitalistisches Kinderbuch geschrieben. „Das empfohlene Mindestalter für das Lesen dieses Buches beträgt zehn Jahre. Man möchte allen Eltern den Kauf raten, die ihre Kinder weniger als Menschen betrachten und mehr als Rohstoff für die zeitsparende Herstellung von Prototypen für die deutsche Wirtschaft.“
Carsten Maschmeyer, Axel Täubert, Folko Streese (Illustrationen): Die Start-up Gang. Unser größtes Abenteuer – von der Idee zum Erfolg (Edel Kids Books)
- „Wir haben übrigens denselben Vater“: Ein Familienroman aus der Hölle, ist das nicht der literarische Normalfall? Julia Schoch schlägt mit ihrem Buch über Lügen und verschwiegene Verwandte neue Wege ein. „Julia Schoch hat sich hier ein gutes Stück von ihrem Thema, der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte, entfernt, auch wenn man im Vorkommnis gelegentlich eine Parabel auf die Zeitgeschichte zu lesen glaubt. Doch die ungeheure Dichte der Korrespondenzen zwischen allen Ebenen des Romans erzeugt ein so reiches 3-D-Puzzle, dass man am Abglanz des Lebens darin seine Freude hat, auch wenn es ein entgleisendes Leben ist. Julia Schoch hat einen neuen Weg eingeschlagen. Wir folgen gespannt.“
Julia Schoch, Das Vorkommnis (dtv)
- „Was lesen Sie, Esther Dischereit?“: „Ich habe zwei Drittel des Buches Revolutionary Yiddishland A History of Jewish Radicalism von Alain Brossat and Sylvia Klingberg gelesen, ich fand das Buch total aufregend, es berichtet von einer Welt der Kämpfe, von denen ich so genau noch nie gehört hatte. Die Interviews sind zu stark gekürzt, schade.“
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- „‚Ordnung wird wiederhergestellt in einer chaotischen, unsicheren Welt'“: Die Schriftstellerin Åsa Larsson im Gespräch über den Abschied von Rebecka Martinsson und die Vorteile des Krimi-Genres.
Åsa Larsson, Wer ohne Sünde ist (a. d. Schwed. v. Lotta Rüegger, Holger Wolandt; Bertelsmann) - „Total wild und derbe“: Eine Beatles-Geschichte in Anekdoten, ein unterhaltsamer und lehrreicher Spaß. „Ein Füllhorn an Anekdoten, Erinnerungen und Geschichten. Ein unterhaltsamer und lehrreicher Spaß, einfach mit dem Finger reinzupiksen und sich überraschen zu lassen.“
Craig Brown, One Two Three Four – Die fabelhaften Jahre der Beatles (a. d. Engl. v. Conny Lösch; C.H. Beck)