
Der von Litprom e.V. vergebene LiBeraturpreis geht 2022 an die japanische Autorin Chisako Wakatake für ihren Roman Jeder geht für sich allein, übersetzt von Jürgen Stalph, erschienen im Cass Verlag.
Darin beginnt Momoko, Stimmen aus ihrer Vergangenheit zu hören. Diese sprechen Dialekt, der für die deutsche Fassung ins Erzgebirgisch-Vogtländische übersetzt wurde. Als der Roman in Japan erschien, erhielt die damals 63-jährige Debütantin Chisako Wakatake gleich zwei bedeutende Preise. Sie ist die erste Japanerin, die den LiBeraturpreis erhält.
Die Preisträgerin wurde ausgewählt von einer Jury, bestehend aus Anita Djafari (Weltempfänger-Jury), Corinna Santa Cruz (Büchergilde), Monika Lustig (Litprom-Mitglied), Florian Balke (FAZ) und Oliver Fründt (Büchergilde Buchhandlung und Galerie, Frankfurt). Nominiert waren 13 Autorinnen, deren Werke 2021 auf der Litprom-Bestenliste Weltempfänger standen. Aus dieser Longlist wählte die Jury sieben Shortlist-Titel aus, die am 6.9. im Haus am Dom in Frankfurt präsentiert wurden.
Die Jury begründet ihre Wahl: „Kein anderes Werk entsprach dem Konzept hinter diesem Preis – Befreiung qua oder in der Literatur – mehr als dieser feingewichtete, fast philosophische Roman. Mit großer Sprachkunst, elegant, schnörkellos, tiefgründig und urwitzig tritt die Romanheldin Momoko, nun in den Mittsiebzigern, einen Befreiungsprozess los, der heftig an gesellschaftlichen, identitätsstiftenden, existenziellen Grundaussagen rüttelt.“
Chisako Wakatake wird zur Frankfurter Buchmesse anreisen und für Interviews zur Verfügung stehen. Die Preisverleihung findet am Freitag, 21.10. um 19 Uhr in der Villa 102 der KfW und ihrer Stiftung statt. Am Samstag, 22.10. wird Chisako Wakatake auf der Pavilion-Bühne auf dem Messegelände sowie in der Buchhandlung Weltenleser auftreten.
Der LiBeraturpreis 2022 wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Die Preisverleihung findet mit freundlicher Unterstützung der KfW Stiftung statt.