Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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heute nichts
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„Es geht zur Sache“: Annie Ernaux, Israel und der Antisemitismus: Wo steht die Nobelpreisträgerin, und warum steht sie da? „Man muss mit nur etwas Lesetalent begeistert sein von Ernaux und ihrem Werk – zugleich muss man die Infamie der Bezeichnung von Israel als ‚Apartheitsstaat‘ als solche bezeichnen. Man kann alles in Ernaux’ Werk überragend finden, ja lebensverändernd kenntnisreich, ohne dabei ihr Engagement für den schwer erträglichen linken Sektenführer Jean-Luc Mélenchon zu teilen, dessen europapolitisches Programm in Paris aus einem Frexit besteht.“
„Der Gesang der eisernen Lerche“: Wie ein grandioses Buch von Jörg Bong deutschen Freiheitskämpfern ein Denkmal setzen möchte. „Jörg Bong vermeidet das historische Räsonieren. Lieber nimmt er die Leser mit ins Geschehen wie auf einer Kamerafahrt, vom ersten bis zum letzten Satz bleibt er eng an seinen Protagonisten. Das hat einen enormen Vorteil: Man versteht sie so aus ihrer Zeit heraus, ohne ihnen heutige Kriterien und Haltungen überzustülpen. Man könnte also bei Bongs Buch von einer großen Lesefreude sprechen, wäre das Ergebnis nicht so ungemein traurig. Was Bong meisterlich erzählt, ist eine deutsche Tragödie, die Geschichte eines Scheiterns.“
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Jörg Bong, Die Flamme der Freiheit. Die deutsche Revolution 1848/1849. (Kiepenheuer & Witsch)
„Winnetou muss nicht sterben“: Die Karl-May-Gesellschaft tagt im Münchner Amerikahaus und entdeckt im Werk des Blockbuster-Schriftstellers vor allem Erfreuliches. „Der Kongress war eine Wohltat, weil es immer kenntnisreich und erhellend zuging.“
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„Sie nimmt sich vor zu sein, wie sie nicht sein will“: Najat El Hachmis Roman Am Montag werden sie uns lieben erzählt vom Kampf junger Frauen um Akzeptanz. „Najat El Hachmi ist Schriftstellerin und Aktivistin. Man spürt in diesem Roman ihr Engagement für die Freiheit der muslimischen Frau. Und man denkt in diesen Tagen sofort an die Proteste im Iran, bei denen es längst um mehr geht als ein Kopftuch, die aber mit einem Kopftuch begannen.“
- Najat El Hachmi, Am Montag werden sie uns lieben. (aus dem Katalanischen von Michael Ebmeyer; Orlanda)