Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Der Zar als Frauenbeglücker Zeus“: Schrecklich komisch: Dmitry Glukhovsky entdeckt in seinen Geschichten aus der Heimat die Seele von Russlands Machtpyramide. „Der Sammelband Geschichten aus der Heimat, der jetzt in vorzüglicher Übersetzung von Christiane Pöhlmann, M. David Drews und Franziska Zwerg bei Heyne herausgekommen ist, bündelt Erzählungen, die in der Mehrzahl vor zehn Jahren entstanden sind, als das hocheffektive Unterdrückungssystem noch als böse Zukunftsoption erschien. Die Texte, die gern Grausiges mit Komik verflechten, lesen sich wie Animationsfilmdrehbücher.“
- Dmitry Glukhovsky, Geschichten aus der Heimat (aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann, Franziska Zwerg und M. David Drews; Heyne Verlag)
„So ein Pastinaken-Trauma will überwunden werden“: Existenzfragen des guten Geschmacks: Der Literaturkritiker Denis Scheck öffnet die Schatztruhe seiner kulinarischen Erfahrungen. „Der Literaturkritiker Denis Scheck ist ein Bonvivant im besten Wortsinn. Genauso leidenschaftlich wie gute Bücher liebt er das gute Leben, das für ihn hauptsächlich aus gutem Essen, guten Weinen, guten Restaurants besteht. Er scheint genauso viel Zeit mit dem Kochen wie mit dem Lesen zu verbringen und beschäftigt sich genauso ausführlich mit der Zubereitung der idealtypischen Entenbrühe wie Proust mit der Suche nach der verlorenen Zeit.“
- Denis Scheck, Schecks kulinarischer Kompass. Köstliches und Kurioses aus meiner Küche und aller Welt (Piper Verlag)
„Orakelindustrie als Einzelperson“: Die dänische Schriftstellerin Stine Pilgaard stellt die Erzählerin ihres Romans Meter pro Sekunde vor diverse Liebesdilemmata. „Dies ist ein Buch, in dem nahezu jeder Satz als Zitat dienen könnte, egal, ob die Protagonistin gerade eine Fahrstunde absolviert, ihr Kind bei der Tagesmutter abholt oder anderen Menschen als Kummerkasten Rat gibt – alles klingt poetisch, wortmalerisch (…)“
- Stine Pilgaard, Meter pro Sekunde. Roman. (aus dem Dänischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Kanon Verlag)
„Im Club der toten Dichter“: Mooses Mentula lässt in seinem Roman Der Schildkrötenpanzer einen von Literaturlegenden beratenen Mann der Wirklichkeit entfliehen. „Mooses Mentulas tragikomisches Buch Der Schildkrötenpanzer, ein weiteres skandinavisches Werk, das sich mit dem Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion befasst, ist ein Künstlerroman, der im lockeren Trash-Sound vom Zauber des Schreibens und der harten Schule des Schriftstellerwerdens erzählt (…)“
- Mooses Mentula, Der Schildkrötenpanzer. Roman. (aus dem Finnischen von Stefan Moster; illustriert von Greta von Richthofen, Weidle Verlag)
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„Professor Pop“: Bob Dylans Philosophie in 66 Songs: Der Nobelpreisträger hat seine Habilitationsschrift veröffentlicht. „So ist es am Ende nicht der Professor, sondern der song and dance man der spricht, und die Neuerfindung eines verlorenen Amerika verkündet, das weder im Spartenfernsehen wie bei Spotify zu finden ist, ein wildes, romantisches, oft frauenfeindliches und entsprechend männerdummes Amerika, ein künstliches Paradies. Bob Dylan, der Engel mit dem Flammenschwert, weist den Weg dorthin zurück.“
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Bob Dylan, Die Philosophie des modernen Songs (übersetzt von Conny Lösch, C. H. Beck)
„In der Virtuosenfalle“: Radio Nacht, der neue Roman von Juri Andruchowytsch. „Manchmal erliegt er der Virtuosengefahr, etwas nur zu machen, weil er es beherrscht. Die schwächeren Passagen können aber dem Erfahrungskern des Romans, aus dem der Rabe und sein ‚Nevermore‘ hervorgehen, wenig anhaben. In den Reminiszenzen an die Niederschlagung der Revolution, im wiederkehrenden Bild der Vermischung von Blut und Schnee auf dem ‚Poschtowa-Platz‘ der Hauptstadt ist er geborgen.“
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Juri Andruchowytsch, Radio Nacht. Roman. (aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr; Suhrkamp)
„Zwischen uns ein Zeitalter“: Sie besuchte Samuel Beckett, stritt mit Siegfried Unseld und heiratete Peter Weiss. Jetzt hat Gunilla Palmstierna ihre Autobiografie veröffentlicht. „Es ist eine Stärke dieses Buches, dass es auf größere theoretische Einlassungen verzichtet und stattdessen zwar emotional, aber sehr realistisch die Geschehnisse und die persönlichen Umstände referiert. Zu den eindringlichsten Passagen gehören die Schilderungen der jungen Stockholmer Künstler-Bohème der fünfziger Jahre.“
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Gunilla Palmstierna-Weiss, Eine europäische Frau (aus dem Schwedischen von Jana Hallberg; Verbrecher Verlag)
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heute nichts