Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Poetische Analyse statt Klagegesang“: Die niederländische Autorin Jannie Regnerus schreibt einen Roman über die Krebserkrankung eines Kindes: Das Lamm. “ Zwar ist das Buch personal geschildert, mit Sympathie für die Protagonisten, allerdings gewinnt der Text durch die Distanz, welche die Erzählinstanz zu den Figuren hat. Dieser Abstand bewirkt eine Verlangsamung des Tempos, in dem berichtet wird. Dadurch wird der unmittelbare Ausdruck der Gefühle gemildert. Das Buch ist kein Klagegesang, kein Lamento, sondern eher poetische Analyse einer bedrückenden Situation.*“
- Jannie Regnerus, Das Lamm. Roman. (aus dem Niederländischen von Ulrich Faure; Weidle Verlag)
„Mit Handy und einem Händchen fürs Geschäftliche“: Dieser Autor beherrscht das Spiel mit Kolonialklischees: Matthias Polityckis begeisternder Abenteuerroman Alles wird gut. „Nach Gegenwartsromanen, die beispielsweise auf Kuba, in Usbekistan oder am Kilimandscharo spielen, führt uns sein aktuelles Buch abermals in eine Welt, die vorsätzlich als unbekannt und unnahbar gezeichnet wird, eine Welt der Fremde, dunkel lockend, faszinierend und gefährlich.“
- Matthias Politycki, Alles wird gut. Chronik eines vermeidbaren Todes. Roman. (Hoffmann und Campe)
„Ja, wir erwarten ein Kind“: Was weiß die Bibel vom Internet? Im Roman Batseba erzählt die slowenische Autorin Stanka Hrastelj von der Frau an König Davids Seite. „Stanka Hrasteljs Roman Batseba ist die Geschichte einer modernen Frau, die einen durchschnittlichen Mann heiratet und danach einen höchst einflussreichen, die eine Anstellung annimmt, in der sie schlechter bezahlt wird als die Männer, die dieselbe Arbeit leisten, schließlich eine eigene Firma aufbaut, im Internet angefeindet wird und deren Fotos in der Klatschpresse auftauchen – die Geschichte könnte in Slowenien spielen, dem Heimatland der Autorin, oder irgendwo sonst in der westlichen Welt. Erzählt aber wird sie vor der Folie einer anderen, die 2500 Jahre alt ist und aus dem Nahen Osten stammt.“
- Stanka Hrastelj, Batseba. Roman. (aus dem Slowenischen von Metka Wakounig; Homunculus Verlag)
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heute nichts
„Die ‚Bestie von Buchenwald’“: Ilse Koch wurde als Queen of Buchenwald bezeichnet oder auch als die rote Hexe. Alexandra Przyrembel hat ihren Fall rekonstruiert. „Alexandra Przyrembel rekonstruiert die Lebens- und Täterinnengeschichte der Ilse Koch, indem sie versucht, deren Tun und Unterlassen in verschiedenen Kontexten zu ergründen. Weit mehr als der Versuch, einer Lebensgeschichte Rechnung zu tragen, beschreibt Przyrembels Buch ein Stück deutscher Gesellschaftsgeschichte und geht dabei der Frage nach, wie es zu solch einer individuellen Gewaltgeschichte kommen konnte, wie diese schließlich die Gestalt eines monströsen Mythos annahm und zu einem widersprüchlichen Fall internationaler Rechtsgeschichte wurde.“
- Alexandra Przyrembel, Im Bann des Bösen. (S. Fischer)