Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„‚Ab sofort bin ich Britney Spears‘, sagte ihr Vater“: Die Sängerin hat über viele Jahre Missbrauch durch Vater, Management und Medien erfahren. Mit The Woman in Me erzählt sie erstmals die Geschichte selbst – und rechnet ab mit allen, die versucht haben, zu bestimmen, wer sie ist.
„Unter der Motorhaube“: Unter Bosniern wird er als zahmer „Slowene“ verspottet, in Ljubljana gelten Leute wie Marko als Tschefuren. Was treibt ihn zurück hierher – die Sorge um den Vater oder die Flucht vor der Polizei? Goran Vojnovićs rasanter Roman 18 Kilometer bis Ljubljana.
- Goran Vojnović, 18 Kilometer bis Ljubljana. Roman. (aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof; Folio Verlag)
„Ein Leben im Exil“: Gewalt und Tod, in der Heimat und im Exil: Amir Gudarzi erzählt von einer Jugend in Iran und in Österreich.
- Amir Gudarzi, „Das Ende ist nah“. Roman. (dtv)
„Sowohl als weder noch“: In Elif Batumans neuem Roman Entweder / Oder zeigt sich die Kunst der Verpackung. Die Hauptfigur allerdings schaut sich lieber Lehrreiches übers Auspacken ihrer selbst an. „Dass Finnisch eine agglutinierende Sprache ist, mag sich ebenso für Partyplaudereien eignen wie die Aussage, die Kartoffel sei eine Sprossknolle, hat mit Lebensklugheit oder Bildung aber nichts zu tun. Als Bildnis einer Studentin ist das deprimierend.“
- Elif Batuman, Entweder / Oder. Roman. (aus dem Englischen von Claudia Wenner, Verlag C. H. Beck)
„Zwischen Ost und West oszillierend“: In Auf dem Nullmeridian erzählt Shady Lewis von Tragik und Komik einer Migration aus der Fremde in die Fremde. „Diese Episoden, die mit solcher Leichtigkeit erzählt sind, dass sie schon fast komisch wirken, machen das Herzstück des Romans aus. Lewis’ unvermittelte Sprünge mögen willkürlich wirken. Doch man merkt schnell, dass sie sich in die Willkür der Lebensgeschichte des Erzählers einfügen. Sie tun der Authentizität des Romans keinen Abbruch, im Gegenteil: Der Autor, selbst aus einer ägyptischen Familie koptischer Christen stammend, nach London migriert und dort in der Stadtverwaltung tätig, weiß, wovon er erzählt.“
- Shady Lewis, Auf dem Nullmeridian. Roman. (aus dem Arabischen von Günther Orth; Hoffmann und Campe)
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„Adieu, Wildschwein“: Im neuen „Asterix“ versuchen die Römer, das gallische Dorf mit gesunder Ernährung zu erobern. „Das neue Heft wurde von Didier Conrad gezeichnet, dem Nachfolger des großen Uderzo an der Zeichenbank, den dieser noch zu Lebzeiten inthronisiert hatte. Es ist bereits Conrads sechster „Asterix“. Die letzten Bände hatte er gemeinsam mit dem Texter Jean-Yves Ferri gemacht. Der legt diesmal eine Pause ein, um sich neben dem stressigen Asterix-Job auch noch anderen Projekten widmen zu können. Alle zwei Jahre ein Heft, das klingt erst mal entspannt, ist aber in der Praxis ein ziemlicher Stress, wie die beiden schon oft berichtet haben.“
- Fabcaro (Text), Didier Conrad (Zeichnungen): Asterix 40: Die Weiße Iris. (aus dem Französischen von Klaus Jöken; Egmont Ehapa Media)
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„Schlieren im Kopf“: Robert Schindels Versexpeditionen auf verschlungenen Pfaden bieten der Vergänglichkeit souverän die Stirn.“Dass Robert Schindels neuer Lyrikband trotzdem nicht in die Aporie mündet, liest sich schon an seiner vitalen sprachlichen Schaffensfreude ab. Mit Wortneuschöpfungen à la „splitterneu“ und „pfefferglücklich“ zeigt er sich im Kopf so jung wie eh und je. Nur wenig lässt er sich nehmen, nicht einmal im Angesicht des gefühlten, bevorstehenden Endes aller Tage.“
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Robert Schindel, Flussgang. Gedichte. (Suhrkamp)