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Umgeblättert heute: „Dieser Hundertste ist für die Bücherwelt ein Anlass zum Feiern“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Bestseller müssen einfach sein“: Zuletzt eine Wiederkehr mithilfe aus München: Zum hundertjährigen Bestehen erscheint eine Geschichte des Wiener Paul Zsolnay Verlags. „Dass in den Hanser-Jahren gute Arbeit geleistet wurde, steht außer Frage. Paul Zsolnays Überzeugung, das Vertrauen der Autoren in den Verleger sei dessen wichtigstes Kapital, teilt Herbert Ohrlinger offenkundig. Nicht nur deswegen hätte sich Zsolnay eine profundere Verlagsgeschichte gönnen sollen, denn dieser Hundertste ist für die Bücherwelt ein Anlass zum Feiern.“

  • Murray G. Hall/Georg Renöckl, „Welt in Wien“. Der Paul Zsolnay Verlag 1924 bis 2024. (Zsolnay Verlag)

„Sollte ein Klavierkonzert schlichtweg nicht mehr zu schreiben sein?“: Wie sich ästhetische Erfahrung überzeugend verteidigen lässt: Christoph Haffter legt eine bestechende Untersuchung zur Kunstmusik der Gegenwart vor. „Die Kunstmusik der Gegenwart, diagnostiziert Haffter, stecke „in einer Krise, weil sie selbst an ihrer eigenen Möglichkeit“ zweifele. Die Pointe des Buchs ist – um das vorwegzunehmen –, dass gerade dieser beharrliche Zweifel ihr eigentlich produktiver Grund ist, gerade die Fragwürdigkeit ihr Daseinsrecht begründet.“

  • Christoph Haffter, „Musikalischer Materialismus“. Eine Philosophie der zeitgenössischen Musik. (Velbrück Wissenschafts Verlag)

„Im Lautarchiv des Humboldt Forums“: Anette Hoffmann untersucht Tondokumente von afrikanischen Kriegsgefangenen in deutschen Lagern während des Ersten Weltkriegs. „Nicht die Arbeit der am damaligen Projekt beteiligten prominenten deutschen Forscher sollte, so die Autorin, im Mittelpunkt stehen, sondern die Texte, die von Hunderten von Gefangenen zweier Weltkriege gesprochen wurden. Der seinerzeit erstellte Katalog des Lautarchivs, ergänzt sie, verdunkele allerdings die Themen der gesprochenen Texte mehr, als dass er über sie informiert. Ihre detaillierten methodischen Reflexionen liefern zahlreiche Anregungen für die weitere Arbeit mit den Tondokumenten.“

  • Anette Hoffmann, Knowing by Ear. Listening to Voice Recordings with African Prisoners of War in German Camps (1915–1918). (Duke University Press Durham)

folgt

„‚Die Klimapolitik ist ein Skandal’“: Soziologe Jens Beckert über die fatale Tatenlosigkeit von Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern, den Abschied vom Optimismus, die Pariser Ziele zu erreichen, die Rolle des Staates und die Frage, was man jetzt tun sollte.

  • Jens Beckert, Verkaufte Zukunft. Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht. (Suhrkamp)

„Ob in der Apotheke Gift ohne Rezept zu bekommen ist?“: Uwe Wittstock erzählt von der exilierten deutschen Literatur im südfranzösischen Transit. „Wittstock berichtet vom Schicksal der Flüchtlinge in einem in unseren Jahren gerne gewählten Erzählstil: rasch wechselnde Episodenschilderungen (nicht selten beschränken sie sich auf eine Buchseite) sollen das moderne Publikum in Atem halten, dessen Klickgewohnheiten am Fernsehapparat oder am Computer sich zunehmend auch in Sachbüchern spiegeln. Zumindest in diesem Buch gelingt dieses Erzählverfahren gut. Nicht zuletzt, weil der Überlebenskampf von Wittstocks Helden viel von der Atemlosigkeit dieses Erzählverfahrens in sich trägt.“

  • Uwe Wittstock, Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur. (C. H. Beck Verlag)
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