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Marktforschung, Praxisseminar und KI

Rund 25 Teilnehmer:innen versammelten sich am Mittwoch, dem 5. Juni im Haus des Buches in Frankfurt am Main zur Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj). Auf der Tagesordnung stand u.a. die Wahl eines neuen Vorstands: Aus dem amtierenden Vorstand wurden Bernd Herzog (frechverlag) als Vorsitzender sowie Kristy Koth (bi:libri) und Barbara Thieme (Dorling Kindersley) einstimmig wiedergewählt. Franziska Hauffe (Klett Kinderbuch) hatte nicht erneut kandidiert – Bernd Herzog dankte ihr für die gute Zusammenarbeit und ihr Engagement, das sie noch bis Ende des Jahres fortsetzen wird. Neu im Vorstand ist Florian Gall (Arena), der ebenfalls einstimmig gewählt wurde.

Der neue avj-Vorstand: Tomas Rensing, Florian Gall, Barbara Thieme, Kristy Koth, Bernd Herzog

Bernd Herzog freute sich über viele neue Gesichter bei der Mitgliederversammlung, die am Vorabend mit einem gemeinsamen Abendessen eingeläutet worden war. Eines davon ist Marlen Bialek (Carlsen), die sich bereiterklärte, Bärbel Dorweiler (Thienemann) als Kassenprüferin abzulösen.

Sonia Lopez Sanchez von der GfK stellte – online zugeschaltet – Ergebnisse der Marktforschungsstudie „Bock auf Buch“ vor, die von avj und Börsenverein beauftragt worden war, um mehr über die junge Zielgruppe der Käufer:innen und Leser:innnen sowie den Markt im Bereich Kinder- und Jugendbuch sowie Young und New Adult zu erfahren. Eine erste Präsentation im Rahmen der Leipziger Buchmesse hatte bereits ein Presse-Echo erfahren, und auch für Gespräche mit Vertreter:innen der Politik über die Bedeutung von Kinder- und Jugendbuchverlagen für die Leseförderung kann sie ein Türöffner sein.
Die Studie zeigt u.a., dass Schulen für die Begegnung mit Büchern immer wichtiger werden, wenn sie in der Familie nicht mehr gewährleistet ist. Aber auch, dass höher bezahlte Preise den Käufer:innen- und Mengenrückgang im Kinder- und Jugendbuchmarkt seit 2012 kompensieren: So stieg der durchschnittlich bezahlte Preis von 8,41 Euro (2012) auf 11,53 Euro (2023). Klar wurde außerdem: Bereits in der Zielgruppe ab zehn Jahren gewinnen andere Genres deutlich an Bedeutung, so dass das Kinder- und Jugendbuch mit Warengruppen wie der Belletristik konkurriert.

Neben der Entwicklung eines neuen Logos für die avj und dem Relaunch der Website avj-online.de wird derzeit an einem neuen Konzept für das avj-Praxisseminar gearbeitet, das in diesem Jahr aufgrund mangelnder Anmeldungen abgesagt werden musste. Spannender und vielseitiger solle es werden, um wieder mehr Interessent:innen anzulocken, so Bernd Herzog. Wechselnde Standorte statt des bisher gesetzten Ortes in Fulda seien in der Überlegung. Eine Umfrage an die Mitglieder, die demnächst verschickt wird, soll weitere Impulse für die Neukonzeption liefern. Kern des bisherigen Formats war die Möglichkeit, einen Austausch zwischen Buchhandel und Verlagen rund um Kinder- und Jugendbuchthemen zu ermöglichen. „Dieser Kerngedanke, sich treffen zu wollen, ist nicht verschwunden“, erklärte Bernd Herzog.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz wurde bei der avj-Mitgliederversammlung angesprochen. Juliane Voorgang (Kosmos) konstatiert immer mehr Nachfragen von Kreativen, wie Verlage damit umgehen, und für Kinder- und Jugendbuchverlage sei die Frage für Bereiche wie Illustrationen und Fotos von besonderer Relevanz.

An Themen mangelt es also nicht, einige werden (weiterhin) in Arbeitsgruppen vertieft werden. Bernd Herzog dankte im Namen des Vorstands für das Vertrauen der Mitglieder sowie ihre Bereitschaft, sich zu engagieren: „Ein Verband lebt von seinen Mitgliedern und dem Miteinander.“ Manches bleibe zuweilen im Verborgenen und verdiene Anerkennung, z.B. der Einsatz von Tomas Rensing (Coppenrath) als Beisitzer sowie Leiter der AG Komm oder der Wahlleiterinnen Katja Meinecke-Meurer (Tessloff) und Birgitta Barlet (Kosmos). Das Zentrum der avj aber sei die Geschäftsstelle: Ein besonderer Dank ging an die Geschäftsführerin Barbara Müller sowie die Volontärin Jana Vonderschmitt.

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