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KI philosophisch betrachtet: Eva Weber-Guskar erhält Tractatus-Preis 2025

„Ein Text, der im besten Sinne nicht nur geistig, sondern auch ganz praktisch aufklärt über die Welt, in der wir leben“, heißt es in der Jurybegründung des Tractatus-Preis, der in diesem Jahr an die Autorin Eva Weber-Guskar geht. Der Preis für philosophische Essayistik wird vom Philosophicum Lech, vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Weber-Guskars Buch „Gefühle der Zukunft. Wie wir mit emotionaler KI unser Leben verändern“ ist 2024 bei Ullstein erschienen.

Darin geht es um Künstlische Intelligenz, die Emotionen beim Menschen erkennen, diese gezielt stimulieren und selbst simulieren kann. „Damit versuchen manche, die eigenen Gefühle besser zu verstehen, andere nutzen sie in der Entwicklung von Marketingstrategien, sie kommt bei der Kriminalitätsprävention sowie in Gestalt von Chatbots und Robotern im Bereich des Sozialen zum Einsatz. Was kann diese Technologie wirklich? Welches Emotionsverständnis liegt ihr zugrunde? Welche Anwendungen bergen welche Potenziale und welche Risiken?“ heißt es im Verlagstext. „Diese Themen zu erörtern berührt Fragen zu Selbsterkenntnis und Autonomie, zum Wert von Privatheit, Intimität und dem Wesen sozialer Beziehungen. Eva Weber-Guskar regt aus philosophischer Perspektive zur Diskussion darüber an, wie KI verantwortungsvoll genutzt und weiterentwickelt werden sollte.“

Die Jury sagte in ihrer Begründung: „Weber-Guskar befasst sich intensiver und kenntnisreicher mit den aktuellen technologischen Entwicklungen als die meisten ihrer Zunft, sie scheut das Empirische nicht und sucht auch innerhalb der Wissenschaften den interdisziplinären Austausch. Ihr Essay bleibt auch angesichts kompliziertester Sachverhalte stets verständlich, und im Tonfall, gerade angesichts der Ängste und Unsicherheiten, die das Thema KI oft auslöst, spektakulär gelassen und sachlich. Die Philosophin beschreibt, analysiert, wägt ab – und sie scheut sich nicht, wohlfundierte Urteile zu fällen darüber, wie Gesellschaft und Politik mit technologischen Innovationen umgehen sollten. Kurz: ein Text, der im besten Sinne nicht nur geistig, sondern auch ganz praktisch aufklärt über die Welt, in der wir leben.“

Eva Weber-Guskar ist Professorin für Ethik und Philosophie der Emotionen an der Ruhr-Universität Bochum. Vorher war sie u. a. Visiting Scholar an der New York University und Gastprofessorin in Wien, Zürich, Berlin und Erlangen. Sie wurde mit einer Arbeit über das Verstehen von Emotionen promoviert und habilitierte sich mit einem Buch über den Begriff der Menschenwürde. Außerdem engagiert sie sich für die Vermittlung akademischer Philosophie in der Öffentlichkeit, insbesondere als Mitgründerin der Plattform philpublica.de.

Die Jury besteht aus der österreichischen Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Essayistin Daniela Strigl, der Schweizer Philosophin, Kulturjournalistin und Publizistin Catherine Newmark sowie dem deutschen Literaturkritiker und Autor Ijoma Mangold.

Die Verleihung des Tractatus 2025 findet am Freitag, den 26. September 2025 um 21:00 Uhr in den Lechwelten statt, umrahmt von einem für diesen Anlass komponierten Streich-Trio-Satz des Vorarlberger Komponisten Marcus Nigsch. Die Laudatio hält Catherine Newmark. Moderiert wird die Veranstaltung von der Schweizer Philosophin Barbara Bleisch, die seit letztem Jahr mit Konrad Paul Liessmann die Intendanz des Philosophicum Lech bildet.

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