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KI-Studie der IG Digital 2026: Wie KI die Arbeit in Buchverlagen verändert

Die Interessengruppe (IG) Digital des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veröffentlicht in Kooperation mit der Unternehmensberatung Highberg die zweite Studie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in deutschen Buchverlagen. An der „KI-Studie der IG Digital 2026“ nahmen 196 Fach- und Führungskräfte aus Verlagen unterschiedlichster Größe und Programmschwerpunkte teil. Die Ergebnisse zeigen, in welchen Geschäftsbereichen KI bereits eingesetzt wird und wie die Verlage deren Zukunft bewerten.

Die Auswertungen verdeutlichen einen klaren Trend: Während 2025 nur 9 Prozent der Befragten die Bedeutung von KI für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch einschätzten, sind es 2026 bereits 31 Prozent. Für 2031 erwarten sogar 83 Prozent eine hohe bis sehr hohe Relevanz von KI für den eigenen Verlag.

Aktuell erkennen Verlage das Potenzial von KI vor allem in der höheren Effizienz von Prozessen (62 Prozent), Marktanalysen (55 Prozent) und der Steigerung der Mitarbeiter:innenproduktivität (43 Prozent). Der Einsatz für strategische Potenziale wie neue Geschäftsmodelle, Wettbewerbsvorteile oder verbesserte Kund:innenzufriedenheit werden bislang noch zurückhaltender bewertet – dennoch haben bereits 31 Prozent der Verlage eine KI-Strategie implementiert und weitere 33 Prozent planen dies in naher Zukunft.

Konkret nutzen Verlage KI vor allem für:

• Contentgenerierung und -bearbeitung: 69 Prozent der Verlage nutzen KI bei der Erstellung neuer Inhalte, z.B. zur Unterstützung des Korrektorats, Plagiats- & Quellenprüfung sowie für neue Audioformate

• Sparring und Brainstorming: 66 Prozent verwenden KI-Tools für Ideenfindung und Recherche.

• Contentrecherche und -aggregation: 56 Prozent setzen KI zur schnellen Sammlung und Analyse von Informationen ein.

• Marketing und Vertrieb: 49 Prozent nutzen KI für die Analyse von Markttrends, personalisierte Angebote und automatisierte Zielgruppenansprache.

• Prozessoptimierung: 42 Prozent implementieren KI zur Automatisierung von Workflows und Effizienzsteigerung in der Produktion.

• Rechtliche Fragestellungen: 29 Prozent verwenden KI für Lizenzprüfung, Copyright-Checks und Compliance-Aufgaben.

Insbesondere größere Verlage setzen KI zunehmend strukturiert ein, etwa durch Richtlinien, Lizenzen und klare Unternehmensprozesse. Die größte Herausforderung sieht die Verlagsbranche im Bereich der Rechtssicherheit/Urheberrecht (56 Prozent), gefolgt von den Feldern Datenqualität (45 Prozent) und Input-Output-Qualität der KI-Systeme (38 Prozent).

Die Branche investiert gezielt in interne Kompetenzen: 61 Prozent fördern den Austausch über KI innerhalb des Unternehmens, 49 Prozent tauschen sich branchenweit aus und 55 Prozent führen Schulungen zu KI durch. Zudem stellt die Branche verstärkt eigene KI-Entwicklungsprojekte auf die Beine (2026: 33 Prozent, 2025: 25 Prozent), Kooperationen mit externen Anbietern bleiben mit 39 Prozent weiterhin relevant.

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