
Die jährliche Pressebörse der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Privatverlage stieß am 8. Juni 2026 wieder auf großes Interesse. Mehr als 80 Buchhändler:inneren, Pressevertreter:innen, Veranstalter:innen und Blogger:innen folgten der Einladung in die Österreichische Botschaft in Berlin, um mit Verleger:innen und Mitarbeiter:innen österreichischer Privatverlage ins Gespräch zu kommen. Dabei erhielten sie aus erster Hand Einblick in aktuelle Publikationen und Schwerpunkte der Herbstprogramme.
Trotz eines dicht gefüllten Terminkalenders begrüßte Botschafter Alexander Marschik die Gäste persönlich. In seiner Ansprache unterstrich er die Bedeutung der österreichischen Literatur für die kulturelle Präsenz Österreichs in Deutschland. Johanna Rohland-Lindner, die Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Berlin, werde die österreichische Literaturszene auch in Zukunft bestmöglich unterstützen.
Marschik verwies darauf, dass österreichische Autorinnen und Autoren in deutschen Buchhandlungen stark vertreten seien und regelmäßig auf den Listen bedeutender Literaturpreise auftauchten: „Das erfüllt uns mit Stolz und erzeugt noch mehr Ambitionen, Ihnen die bestmögliche Unterstützung seitens der Botschaft zu geben.“
Alexander Potyka, Picus-Verleger und Sprecher der ARGE Österreichische Privatverlage, plädierte in seiner Ansprache für die Vielfalt auf dem Buchmarkt und zog einen Vergleich zu seinen eigenen Einkaufsgewohnheiten auf dem Wochenmarkt. Dort schätze er die Vielfalt des Angebots und die persönliche Beziehung zu den Erzeuger:innen; Werte, die er auch in der Buchbranche für unverzichtbar hält: „Ich hasse die Anonymität der Supermärkte.“
Potyka betonte, dass sich Bestseller – ganz gleich ob bei Äpfeln oder Büchern – häufig nach dem Geschmack eines breiten Publikums richten. Wer sich ausschließlich am Mainstream orientiere, verpasse aber wichtige literarische Entdeckungen. „Es entgeht Ihnen etwas, wenn Sie sich nicht auf das Kleine und das vielleicht nicht Mehrheitsfähige einlassen!“, appellierte er an die Rezensent:innen und Buchhändler:innen. Der Marktanteil der kleinen Verlage liegt in Österreich laut Potyka bei elf Prozent.
Differenzierung und das Besondere seien wesentliche Voraussetzungen für Vielfalt. Gerade kleine Verlage leisteten dazu einen wichtigen Beitrag. Gleichzeitig hob Potyka die Bedeutung persönlicher Begegnungen hervor. Daher kämen die Verlegerinnen und Verleger auch so gerne nach Berlin, sagte er und eröffnete das beliebte Sommerfest im Botschaftsgarten.
Potykas Rede stieß bei den Gästen auf positive Resonanz und viele betonten, wie sehr sie diese Einladung der ARGE Österreichische Privatverlage schätzen – aufgrund der persönlichen Atmosphäre und des gegenseitigen Austauschs.
Mit dabei waren in diesem Jahr: bahoe books, Bibliothek der Provinz, Braumüller Verlag, Czernin Verlag, Literaturverlag Droschl, Edition Korrespondenzen, Folio Verlag, Haymon Verlag, Otto Müller Verlag, Passagen Verlag, Picus Verlag, Septime Verlag und Drava/Wieser Verlag.
Wie immer lag die Organisation der Veranstaltung in den Händen von Henrike Blum vom Literaturbüro Wien.
Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Privatverlage ist ein Zusammenschluss privater österreichischer Verlage zur gemeinsamen Interessensvertretung sowie zur verlagsübergreifenden Kooperation. Sie wurde im Herbst 1987 gegründet und vereint heute über 20 Verlage unterschiedlichster Programmstruktur. In diesem Jahr wurden die Edition Atelier und der Septime Verlag neu aufgenommen.







