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Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) stimmt für Kooperation mit ver.di

Unter dem Motto SPRACHE.MACHT.VERANTWORTUNG hielt der VFLL seine Jahrestagung inklusive Mitgliederversammlung ab. Dort wurden neben der turnusgemäßen Vorstandswahl richtungsweisende berufspolitische Entscheidungen getroffen: Die Mitglieder stimmten für eine Kooperation mit der Gewerkschaft ver.di und für eine Erweiterung des Verhaltenskodex, mit der sich der VFLL deutlich gegen Diskriminierung und Extremismus positioniert sowie die Bedeutung des menschlichen Lektorats hervorhebt.

Neuwahlen und Anträge auf der Mitgliederversammlung

Mit großer Mehrheit wurde auf der Mitgliederversammlung am 20. September 2026 der Antrag zur Kooperation des VFLL mit der Gewerkschaft ver.di angenommen.

Damit hat der VFLL eine wegweisende Entscheidung getroffen und beginnt ab sofort eine berufspolitische Zusammenarbeit mit ver.di, die unter anderem verbesserte Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung für freie Lektor:innen zum Ziel hat.

Claudia Lüdtke, die 1. Vorsitzende, zur Kooperation mit ver.di: „Wir freuen uns sehr über diese berufspolitische Stärkung der freien Lektor:innen und auf die Zusammenarbeit mit dem Verband deutschsprachiger Übersetzer/innen sowie dem Verband deutscher Schriftsteller:innen unter dem gemeinsamen Dach von ver.di.“
Außerdem stimmte die Mitgliederversammlung einer Aktualisierung und Erweiterung des Verhaltenskodex zu, mit der sich der VFLL deutlich gegen Diskriminierung und Extremismus sowie für Demokratie, Vielfalt und den Schutz der Menschenwürde positioniert und außerdem die Bedeutung des menschlichen Lektorats in Abgrenzung zu KI hervorhebt. Siehe: https://www.vfll.de/documents/165/Verhaltenskodex_2026_final.pdf

Der VFLL feiert ein neues Ehrenmitglied: Ute Gräber-Seißinger

Ute Gräber-Seißinger ist seit 25 Jahren Mitglied im Verband und war über viele Jahre als Koordinatorin des Organisationsteams für die Frankfurter Buchmesse sowie zehn Jahre lang im Vorstand als Finanzverantwortliche tätig. Unter großem Applaus und mit einer Dankesrede wurde ihr die Ehrenmitgliedsurkunde überreicht.

Neuwahl des Vorstands

In ihren Ämtern bestätigt wurden die 1. Vorsitzende Claudia Lüdtke, die Finanzverantwortliche Birgit Scholz sowie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Julia Hanauer und Sophie Niemann.

Neu gewählt wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Cordula Natusch und Jürgen Schreiber. Sie folgen auf Annette Gillich-Beltz und Corina Alt, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten.

Passend zum Thema der Kodexerweiterung eröffnete Annette Sickert Karam am Samstagvormittag die Tagung mit einem Impulsvortrag, in dem sie auf die Verknüpfung von Sprache, Macht und Verantwortung einging. Sie beleuchtete darin die Machtdynamiken, die in jeder Kommunikation wirken, und zeigte auf, wie sich Ausgrenzung und Herabwürdigung erkennen lassen und wie wir Sprache bewusst inklusiv nutzen können: „Sprache ist unser Mittel der Auseinandersetzung mit der Welt. Wir bilden durch sie unsere Interpretation der Realitäten, die uns umgeben, ab. Sprache ist also nie neutral, sondern immer – implizit oder explizit – ein Machtinstrument und spiegelt eine Gewichtung wider: von Diskursen, Stimmen, Standpunkten und Ausdrucksweisen.“

Im Anschluss wurden Workshops zu Themen wie „Unconscious bias“, „Barrierefreiheit und KI“, „Haltung zeigen“ u. v. m. angeboten. Am Nachmittag gab es ein Barcamp, auf dem von den Mitgliedern vorgeschlagene Themen diskutiert wurden. Den Ausklang bildete ein Netzwerktreffen am Abend.

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