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Umfrage unter eBuch-Buchhandlungen: Frankfurter Buchmesse spielt für Buchhändler:innen selbst eine nachrangige Rolle

Die in drei Wochen beginnende Frankfurter Buchmesse bleibt für viele Buchhändler:innen ein wichtiger Treffpunkt der Branche – doch ihr konkreter Nutzen für die einzelne Buchhandlung wird eher kritisch gesehen. Das zeigt eine aktuelle Quartals-Umfrage der Buchhandelsverbundgruppe eBuch, an der rund 50 Buchhandlungen teilgenommen haben. Nur 15 Befragte planen demnach in diesem Jahr einen eintägigen oder mehrtägigen Messebesuch, vier weitere sind noch unentschieden. 30 wollen 2026 nicht nach Frankfurt fahren, zwei besuchen die Buchmesse grundsätzlich nicht mehr.

Zeit, Kosten und Personalsituation als Hürden

Als wichtigste Gründe gegen einen Messebesuch nennen die Befragten den Zeitaufwand (21 Nennungen), den aus ihrer Sicht zu geringen konkreten Nutzen für die eigene Buchhandlung (17) und die Kosten (16). Auch die Entfernung beziehungsweise Anreise (13) und die Personalsituation in der Buchhandlung (13) spielen eine große Rolle. Neun Befragte empfinden die Messe zudem als zu anstrengend beziehungsweise zu voll.

Damit wird ein Spannungsfeld sichtbar: Gerade für kleinere Buchhandlungen ist ein mehrtägiger Messebesuch mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Gleichzeitig scheint sich die Informationsfunktion der Messe verändert zu haben. Neun Befragte geben an, Informationen inzwischen auf anderen Wegen zu erhalten.

Verlage, Neuerscheinungen und Inspiration bleiben wichtig

Wer die Frankfurter Buchmesse besucht, nutzt sie allerdings weiterhin intensiv für den persönlichen Austausch. Am häufigsten genannt werden Informationen über Neuerscheinungen, Programme und Trends (14), die Inspirationsquelle für die eigene Buchhandlung (13), Gespräche mit Verlagen (12) und die Pflege persönlicher Kontakte (12). Neun Befragte nennen den Austausch mit Kolleg:innen, zehn Veranstaltungen, Vorträge und das Fachprogramm.

Auch bei den konkreten Ergebnissen für den Buchhandlungsalltag zeigt sich der praktische Wert eines Messebesuchs: Genannt werden vor allem Titelempfehlungen und Motivation beziehungsweise Inspiration (jeweils 12 Nennungen), gefolgt von Sortimentsideen (9), Branchenwissen (8), neuen Kontakten und Ideen für Veranstaltungen (jeweils 5).

Was digital nicht ersetzen kann

Besonders deutlich wird die Bedeutung des Analogen bei der Frage, was die Frankfurter Buchmesse leisten kann, was digitale Angebote oder andere Branchentermine nicht ersetzen können. In den 13 Antworten tauchen vor allem der persönliche und spontane Austausch, die Begegnung mit Menschen sowie die Möglichkeit auf, Bücher und Produkte tatsächlich anzuschauen und anzufassen. Genannt werden außerdem die persönliche Ansprache, die Vielzahl von Kontakten an einem Ort und ungeplante Begegnungen.

Die Messe erfüllt damit für die Befragten eine Funktion, die über reine Informationsvermittlung hinausgeht: Sie bündelt Begegnungen, Eindrücke und Inspiration an einem Ort.

Weniger Bedeutung als vor fünf Jahren

Gleichzeitig fällt die Einschätzung der Entwicklung eindeutig aus. Nur zwei Befragte sehen eine größere Bedeutung der Frankfurter Buchmesse für ihre Buchhandlung als vor fünf Jahren. 15 beurteilen sie als unverändert wichtig, während jeweils elf eine eher beziehungsweise deutlich geringere Bedeutung sehen. Zwölf können die Entwicklung nicht beurteilen.

Als Gründe für die sinkende Bedeutung werden insbesondere genannt, dass sich die Messe weniger an den Buchhandel richte (12 Nennungen), sowie der hohe Zeitaufwand und der geringere Bedarf an persönlichen Vertreter:innen- und Verlagskontakten (jeweils 6). Vier Befragte verweisen darauf, dass Verlagsinformationen digital leichter verfügbar seien.

Für die Zukunft ergibt sich allerdings kein einheitliches Bild eines vollständigen Bedeutungsverlusts: 22 Befragte gehen davon aus, dass die Buchmesse für ihre Buchhandlung in fünf Jahren ungefähr gleich wichtig sein wird. Sieben erwarten eine geringere Bedeutung, sieben sehen sogar keine Rolle mehr für die Messe. 14 können dies nicht beurteilen.

Auf die Frage, was der Buchbranche ohne Frankfurter Buchmesse fehlen würde, fallen die Antworten überwiegend deutlich aus. Genannt werden unter anderem Aufmerksamkeit, ein zentraler Treffpunkt, ein Informations- und Kommunikationsportal, Inspiration und das persönliche Zusammentreffen.

Auch bei der Frage nach dem persönlich Besten an der Messe dominieren Atmosphäre und Begegnung: genannt werden die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Presse für das Buch, persönliche Kontakte, Treffen mit Kolleg:innen und Bekannten, Inspiration und die besondere Stimmung der Veranstaltung.

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