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Berliner Buchpremiere „Mein Kampf – gegen Rechts“

Buchpremiere zu einem hochaktuellen Thema: Gestern Abend stellte der Europa Verlag im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin das Buch Mein Kampf – gegen Rechts vor. Herausgeber ist der Verein Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V..

V.l.: Lutz Meier, Andreas Hollstein, Iris Berben, Wana Limar, Robert Koall, Uwe-Karsten Heye

Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt. Auf dem Gelände befanden sich einst die Zentralen der Geheimen Staatspolizei, der SS und des Reichssicherheitshauptamts.

Uwe-Karsten Heye, der Vorsitzende des Vereins „Gesicht Zeigen!“, begrüßte mehr als 150 Besucher und dankte ausdrücklich dem Europa Verlag. Mit Mein Kampf – gegen Rechts will man der Neuauflage von Hitlers Pamphlet Einzelschicksale entgegenhalten. Elf Menschen erzählen darin von ihrem persönlichen Kampf gegen rechtes Gedankengut und rechte Gewalt.

Einer von ihnen ist Moshe Dagan. Die Schauspielerin Iris Berben, die sich schon lange für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzt, las die berührende Geschichte des gebürtigen Polen, der Auschwitz überlebte und heute in Israel lebt. „Ich empfinde Ehrfurcht und Respekt für die Offenheit und Eindringlichkeit, mit der die Protagonisten des Buches über Geschehenes berichten, und für die Größe, mit der sie trotz persönlicher Tragödien versöhnliche Töne anschlagen“, schreibt Iris Berben im Geleitwort zu dem Buch.

Moderiert von Lutz Meier stellten drei weitere Protagonisten des Buches ihre Geschichten vor. Aus Altena im Sauerland war Andreas Holstein angereist. Als Bürgermeister der Kleinstadt musste er mit ansehen, wie eine Flüchtlingsunterkunft brannte, und nahm dennoch 100 Menschen mehr auf, als er musste. Der Dramaturg Robert Koall aus Dresden las aus seinen tagebuchartigen Aufzeichnungen „Eine Jahr mit Pegida“ und die MTV-Modejournalistin Wana Limar, die im Alter von drei Monaten mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland kam, erzählte von ihrer Kindheit und Jugend. „Ich glaube, man muss den Kampf gegen Rechts früh anfangen. Je älter ein Mensch ist, desto schwerer ist es, die Muster zu verändern oder die Strukturen aufzubrechen, die er im Kopf hat.“

Das Buch ermutige dazu, Haltung zu zeigen und sich nicht wegzuducken“, sagte Uwe-Karsten Heye. Eins müsse jeder im Kopf haben: „In meiner Gegenwart wird keine Diskriminierung zugelassen.“ Dem Buch wünschte er viele Leser, zumal mit dem Kauf von Mein Kampf – gegen Rechts jeder ein Zeichen setzen kann: Vom Erlös jeden Buches geht ein Euro an „Gesicht Zeigen!“

ml

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