
© Marco Grundt
Gestern Abend starb Hellmuth Karasek im Alter von 81 Jahren in Hamburg. Er war Journalist, Buchautor, Film- und Literaturkritiker und Professor für Theaterwissenschaft. Einem breiten Publikum wurde er an der Seite von Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler durch das „Literarische Quartett“ bekannt, eine quotenträchtige Literatur-Fernsehsendung, die an diesem Freitag unter Leitung von Volker Weidermann neu gestartet werden soll.
Karasek war von 1974 bis 1996 Kulturchef beim Spiegel (und veröffentlichte darüber dann 1998 seinen Roman Das Magazin). Danach arbeitete er regelmäßig für die Welt, die WamS und die Berliner Morgenpost.
Seine berühmt gewordene Biographie über Billy Wilder wird in diesem Herbst übrigens als Neuausgabe bei Hoffmann und Campe veröffentlicht – und HoCa Verleger Daniel Kampa sagt heute mit Trauer: „In Billy Wilders zehn Geboten des Filmemachens heißen die ersten neun: ›Du sollst nicht langweilen.‹ Hellmuth Karasek hat das auf sein Schreiben übertragen. Er war einmalig in der deutschen Literaturszene: Er war ein begnadeter Erzähler und intellektueller Entertainer.«