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Die KrimiZeit-Bestenliste Mai – hier zum Ausdrucken

Die KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2015 aus der Wochenzeitung DIE ZEIT. Hier können Sie die Liste downloaden (download(05-KrimiZEIT_Bestenliste_Mai_2015.pdf)) und als Plakat ausdrucken:

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2015 finden Sie neu auf Platz 1:
Sturm über New Orleans von James Lee Burke (original 2007: The Tin Roof Blowdown)
Dieser Schatz aus dem Nachlass des Übersetzers (u.a. von Kriminalliteratur) Georg Schmidt wird den Autor James Lee Burke (*1936) hoffentlich endgültig wieder zur festen literarischen Größe in Deutschland machen. Sein Roman Regengötter wurde im letzten Jahr von unserer Jury zum besten Kriminalroman 2013 gewählt und erhielt den Deutschen Krimipreis. In Sturm über New Orleans spielt nun Burkes berkanntester Detektiv Dave Robicheaux, in vielem ein Alter Ego des Autors, wieder eine Rolle, an seiner Seite der trinkfeste Exbulle Clete. In diesem Meisterstück verknüpft Burke die alltäglichen Verbrechen wie Vergewaltigung, Raub, Mord mit der großen Katastrophe des Untergangs von New Orleans, verursacht durch Katrina, befördert duch staatliche Unterlassung.

„In der Krise erfährt Robicheaux, dass sogar Menschen ohne Chance sich ändern können. Denen allerdings, die das nicht tun und ihrem dunklen Stern folgen, geht es dreckig – Robicheaux sucht skrupulös nach Wahrheit, ein Weichei ist der Südstaatler nicht.“ (Tobias Gohlis)

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste Mai finden Sie diesmal zwei Titel, einen irisch-(amerikanischen) und einen französischen:
Auf Platz 9: Die Blonde mit den schwarzen Augen von Benjamin Black (original 2014: The Black-Eyed Blonde)
Bereits das Cover enthält fast die ganze Geschichte: Der irische Autor John Banville ist in sein Krimi-Pseudonym Benjamin Black gestiegen, um einen „Philip-Marlowe-Roman“ zu schreiben, dessen Erfinder bekanntlich Raymond Chandler ist.
Ideengeber des Projekts war der Literaturagent Ed Victor, der sowohl Banville als auch die Rechte-Inhaber „Chandler Limited“ vertritt. Herausgekommen ist der erste vollständige Marlowe, der nicht aus Chandlers Feder stammt, 55 Jahre nach dessen Tod 1959. Anglophone Kritiker, in deren Berichtsgebiet solche Wiederauferstehungen häufiger vorkommen, nennen Imitationen dieser Art nicht vornehm Pastiche, sondern deren Hersteller ventriloquists – Bauchredner. Oder veräppeln sie wie die amerikanische Kritikerin Sarah Weinman mit Anspielung auf die entsprechenden hochriskanten Schwindelpapiere als derivative novels.
In der Jury der KrimiZEIT-Bestenliste wird Blacks Die Blonde mit den schwarzen Augen kontrovers beurteilt.

Jochen Vogt: „Worum es aber nun im neuen Fall geht? Das ist gar nicht so wichtig – jedenfalls kommt alles vor, was man von und mit Marlowe erwarten darf. (…) Am meisten Spaß macht aber seine (Blacks, TG) Schreibweise, die Balance zwischen genauer Nachahmung und subtiler Parodie, die vor allem in Marlowes Reden und Selbstgesprächen durchscheint. (…)Zur entspannten Lektüre nachdrücklich empfohlen.“ (Westfälische Rundschau)

Marcus Müntefering: „Es gibt viele Gründe, auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod Raymond Chandler zu lesen. Leider gibt es nur wenige, die für die Lektüre von Die Blonde mit den schwarzen Augen sprechen, John Banvilles gescheiterten Versuch, den Mythos Philip Marlowe mit neuem Leben zu füllen. (…) Wer nicht mehr erwartet als die nostalgieselige Reproduktion einer antiquierten Erfolgsformel, der wird Banvilles wohltemperierte Hommage vielleicht schätzen. Wie Banville Chandlers Stil imitiert, das ist gekonnt. Aber eben keine Kunst.“ (Spiegel online)

Auf Platz 10: Abpfiff von Dominique Manotti (original 1998: Kop)
Dominique Manotti hat in ihren ersten drei Kriminalromanen ihren schwulen Commissaire Daquin in typischen Männerdomänen ermitteln lassen: in den ausschließlich mit – mehrheitlich muslimischen – Männern besetzten Werkstätten der Pret-à-Porter-Mode (Hartes Pflaster), im Pferdesport (Zügellos) und jetzt im Fußball-Business. In Abpfiff führt die Ermordung seines Inspecteurs Romero Daquin in die Kabinen des FC Lisle-sur Seine. An Romeros Seite wurde eine junge Frau erschossen, die sich wie Ariadne in ihrem Labyrinth in den Betten und Büros des zwielichtigen Bauunternehmers, rechts-links-leck-mich-Politikers und Vereinspräsidenten Reynaud auskannte. Manotti hat einfach ein sehr cooles Händchen für die Darstellung des Sex-Macht-Geld-Dreiecks, das diesmal in einem Pariser Vorort liegt und mit grimmigem Verständnis als Quelle der großen Politik dargestellt wird.

„Schon immer hat Dominique Manotti eine klare Prosa geschrieben, aber in „Abpfiff“ sind ihre Sätze präziser und schnörkelloser als jemals zuvor. Sie spiegeln den Willen Daquins wider, diesen Fall unbedingt aufzuklären, das Adrenalin, das sein Körper antreibt. (…) Nach und nach enthüllen sich immer mehr schmutzige Verbindungen und Machenschaften, die nur Romantiker verschrecken, die immer noch glauben, es gebe kein Doping im Fußball (….) Dennoch würde ich „Abpfiff“ zu gerne das Etikett „Fußball-Krimi“ aufdrücken, wohlwissend, dass das noch kürzer greift als Etiketten ohnehin. Aber vielleicht lesen diesen fantastischen Kriminalroman dann einige der Fußballfans da draußen oder bekommen ihn geschenkt. Das wäre großartig, denn dieses Buch ist eindeutig einer der Krimi-Höhepunkte des Jahres.“ (Sonja Hartl, Zeilenkino)

Zum Download: download(05-KrimiZEIT_Bestenliste_Mai_2015.pdf)

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