Der Sortimentsausschuss-Vorsitzende Thomas Wrensch eröffnete heute die Fachgruppenversammlung Sortiment in Berlin. Er konstatierte eine gestiegene Wahrnehmung des Sortiments innerhalb des Börsenvereins und freute sich, dass mit Heinrich Riethmüller wieder ein Buchhändler an der Spitze des Verbandes steht.

Auch, dass so viele Verlagskollegen zur Sortimenter-Sitzung gekommen waren, zeige, wie wichtig der Buchhandel als Handelspartner nach wie vor sei. Dr. Kyra Dreher, Geschäftsführerin Sortimenter-Ausschuss, erinnerte daran, dass die Realisierung einer Meta-Datenbank auf einer Initiative des SoA beruhe, der im Herbst 2012 Gespräche mit Libri, KNV, Umbreit und der MVB zu diesem Thema geführt hatte. Ein weiteres Thema: Büchersendungen. In einer SoA-Umfrage zu diesem Thema gaben über 90 Prozent der Befragten an, dass die Regellaufzeit von vier Werktagen nicht eingehalten werde. In Gesprächen mit den Verantwortlichen der Post hatten diese zugesagt, die Büchersendung in ihrem Produktportfolio „repriosieren“ zu wollen. Erste Umstellungen hat die Post in einem Schaubild zusammengefasst, nun werde man abwarten, ob Besserung eintrete, so Kyra Dreher.
Außerdem ist man im Gespräch mit der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters – gemeinsam mit der Kurt Wolff-Stiftung und Vertretern der BKM (Beauftragte für Kultur und Medien) erarbeitet der SoA derzeit ein „Preismodell“ einer möglichen Förderung für Buchhandlungen. Ob Fördergelder dafür bereit gestellt werden, entscheide sich nicht vor Ende 2014, und sollten Gelder zur Verfügung stehen, wäre der früheste Förderzeitraum das Jahr 2015.
Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB, erinnerte daran, dass die Hauptversammlung vor einem Jahr beschlossen hatte, das Projekt der Meta-Datenbank in den Fokus der Anstrengungen zu stellen. Wie wichtig das Thema ist, zeige eine Erhebung: Demnach verkauft sich ein Titel mit Coverabbildung um 48 Prozent besser. Die Hauptbeschreibung ist eines der wichtigsten Datenfelder – ein Titel mit Hauptbeschreibung verkaufe sich fast doppelt so gut wie einer ohne, beim Sachbuch gibt es fast eine Verdreifachung.
Dieter Dausien, Buchladen am Freiheitsplatz, berichtete als Teilnehmer der Task Force über die konstruktive Arbeitsatmosphäre – „Von der Vision zur Version“, und Ronald Schild dankte für den offenen Ideenaustausch. Fortschritte habe man u.a. beim Thema Digitale Vorschauen gemacht – mit der Idee eines Titelinformationssystems, das Funktionalitäten bietet, die gedruckte Vorschauen nicht haben können. Zur Frankfurter Buchmesse erhofft man sich Konzepte von unterschiedlichen Anbietern. Ob es eine Rezensionsdatenbank geben soll, ist noch nicht entschieden.
Wie jedoch den dringenden, immer wieder geäußerten Wunsch des Buchhandels erfüllen, dass nicht mehr lieferbare Titel aus dem VlB entfernt werden? Unter den ca. 22.000 Melder fürs VlB wolle man Verlage ohne Auslieferung verpflichten, bis zu vier mal im Jahr die Lieferbarkeit von gemeldeten Titeln zu bestätigen, so Schild. Bei Verlagen mit Auslieferung soll dies über den Datenaustausch mit den Auslieferungen erfolgen.

Einen besonderen Dank des Sortiments sprach Ruth Klinkenberg, Buchhandlung Maria Schoeller], Berlin, dem Vertriebsleiter des Verlags Kiepenheuer & Witsch Reinhard Joppich aus, der im Herbst in den „Ruhestand“ gehen wird – dieser betonte, dass es keine Ruhe geben werde.