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Rollo Gebhard

Rollo Gebhard

Am 27. Dezember 2013 ist der Segelpionier Rollo Gebhard im Alter von 92 Jahren in seinem Haus im bayerischen Bad Wiessee gestorben. Er war über vierzig Jahre auf den Weltmeeren zu Hause, umsegelte die Welt gleich dreimal, davon zweimal allein, war Autor zahlreicher Bücher, hielt seine Abenteuer in viel beachteten Dokumentarfilmen fest und gründete 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD).

In Salzburg geboren, in Dresden aufgewachsen, lagen ihm zunächst Theater und Musik am Herzen. Seine Träume aber zogen ihn hinaus aufs Meer. Die wagemutigen Fahrten von Rollo Gebhard waren der Stoff, aus dem Legenden entstehen:
In einer nur 5,5 Meter langen offenen Jolle überquerte er 1958 das Mittelmeer. Nach diesem „Schnupper-Törn“ segelte er das offene Holzboot nach Ägypten, durch den Suez-Kanal ins Rote Meer. Dort wurde er vor der Küste des Jemen von arabischen Piraten gekapert und überlebte nur dank geschickter Verhandlungen und viel Charme. 1963 überquerte Gebhard in einem Sperrholz-Kajütboot allein den Atlantik. Bei der Ankunft in New York wurde seine Fahrt als Erstüberquerung im kleinsten Boot von den Medien enthusiastisch gefeiert.
Danach folgte 1967 bis 1970 die erste Einhand-Weltumseglung, 1975 die zweite auf neuer Route. Damit wurde Rollo Gebhard zum ersten Deutschen, der die Welt zweimal allein umsegelt hatte. Sein Boot, die „Solveig III“, steht heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven – es ist das kleinste Schiff der Welt, das zweimal die Erde umrundete.
Als Krönung seiner seglerischen Laufbahn unternahm er dann gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Angelika eine dritte Weltumseglung. Sie führte das Paar in sechs Jahren auf alle Ozeane und zu allen Kontinenten bis hinauf nach Alaska und endete mit einer sportlichen Höchstleistung, als sie in sechs Monaten nonstop von Australien um die halbe Erde bis nach Emden segelten.
Rollo Gebhard, der das Bundesverdienstkreuz und höchste seglerische Auszeichnungen erhalten hat, setzte sich nach der Heimkehr für die Erhaltung der Meere ein. Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger gründete er 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), mit Sitz in München. „Es ist meine Verpflichtung als Segler“, begründete er seine Initiative damals.
Neben dem seit 1991 immer noch aktuellen Kampf gegen „delfintödliche“ Netze setzt sich die GRD heute in einem weltumspannenden Netzwerk mit Schutzprojekten in Kroatien, Peru, Mosambik, vor La Gomera und Dominica für das Überleben bedrohter Delfin- und Pottwalpopulationen ein. So wurde Rollo Gebhard nicht nur Segler-Legende, sondern auch Symbolfigur für den Meeressäugerschutz in Deutschland und weit darüber hinaus.
„Wir erinnern uns an einen wunderbaren Menschen und sind dankbar, dass wir mit der Ausnahme-Persönlichkeit Rollo Gebhard als Buchautor viele Jahre vertrauensvoll zusammen arbeiten durften“, würdigt Delius Klasing Verlagsleiterin Dr. Nadja Kneissler den Segelpionier. Bei Delius Klasing sind mehr als ein Dutzend seiner Bücher erschienen, zuletzt 2010 das Erinnerungsbuch „Meine Südsee – Geschichten aus dem Paradies“. Die öffentliche Trauerfeier und Beisetzung findet am 7. Februar 2014 um 15:00 Uhr in der evangelischen Kirche in Gmund am Tegernsee statt.

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